Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
Service-Bereich

Pressemitteilungen

15. Februar 2017
Grundrechte

Schlechte Zeiten

Interessiert sich eigentlich noch irgend jemand für die Grundrechte, zum Beispiel für die Presse- und Meinungsfreiheit? Ja klar, wenn Erdogan wieder zuschlägt, steppt der Bär. Und in Großbritannien? Fehlanzeige.

Vielleicht muss der Spitzenpolitiker, auf dessen Konto schwerwiegende Rechtsverletzungen gehen, vor laufenden Kameras unsympathisch wirken, damit die Weltöffentlichkeit aufschreit. Bei Recep Tayyip Erdogan ist das der Fall, bei Wladimir Putin und Donald Trump auch. Keine Frage, diese Politiker haben ihre Anhänger, aber nicht unbedingt in den Ländern, wo sich lautstarker Protest gegen ihre Politik äußert.

 

Und Theresa May? Ein bisschen verhuscht kommt sie über den Bildschirm, wenn sie es denn überhaupt in die deutschen Nachrichtensendungen schafft. Verhuscht heißt nicht unsympathisch. Dass sie in Großbritannien nicht nur den Brexit als Thema hat, weiß hierzulande kaum jemand. Das ist aber so. Denn unter der Premierministerin May machen britische Sicherheitsbehörden künftig verschärft Jagd auf Whistleblower. Wer ihnen ins Netz geht und vor Gericht landet, muss mit langjährigen Freiheitsstrafen rechnen.

 

Dass die Regierung damit die Pressefreiheit einschränkt und den Informantenschutz de facto abschafft, scheint nicht so wichtig zu sein. Denn der massenhafte Aufschrei blieb bislang aus. Vielleicht liegt das ja daran, dass die im Verborgenen wühlenden Whistleblower kein Fernsehgesicht haben. Und dann bleibt die verhuschte Theresa May eben ohne Konkurrenz auf dem Bildschirm.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


Termine

Mi 25/10/17
Fr 27/10/17
So 05/11/17
Journalistenkalender, DJV-Tagung ... DJV-Verbandstag 2017
Di 21/11/17
DJV-Seminare, Betriebsräte Betriebsratswahlen
Bleilettern bilden das Wort "News"

Auf unseren News-Seiten erhalten Sie interne, aber auch externe Quellen für Ihre Berufsinformation, Recherchen oder Themen-Idee.
... mehr