Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Appell an China

Manipulation?

16.11.2021

Die chinesische Bloggerin Zhang Zhan muss unverzüglich auf freien Fuß gesetzt werden. Weil sie zu Beginn der Corona-Pandemie aus Wuhan berichtet hatte, sitzt sie hinter Gittern. Wer sich für ihre Freilassung einsetzt, wird auf das Übelste diffamiert.

Zhang Zhan: lebensbedrohlicher Zustand. Screenshot: Tagesschau.de

Als das Corona-Virus noch neuartig und weitgehend auf China beschränkt war, erfuhr die Weltöffentlichkeit über die Vorgänge in der abgeriegelten Millionenmetropole Wuhan nur durch wenige chinesische Blogger, deren Handyvideos nach kürzester Zeit in den internationalen Nachrichtensendungen liefen. Das ging wenige Wochen so, irgendwann kamen keine Bilder mehr. Der Grund: Das chinesische Regime unterband jegliche Informationen, die nicht freigegeben waren, rigoros, jagte deren Urheber. Eine davon war Zhang Zhan, die kurz darauf festgenommen wurde. Internationale Proteste bewirkten nichts, die junge Frau blieb in Haft. Im Dezember 2020 wurde ihr der Prozess gemacht. Das Urteil: vier Jahre Haft wegen "Unruhestiftung".

Die Bloggerin befindet sich im Hungerstreik, soll in besorgniserregendem gesundheitlichem Zustand sein. Deshalb meldeten sich jetzt Reporter ohne Grenzen und Amnesty International zu Wort und forderten ihre Freilassung. Dem schloss sich auch die deutsche Bundesregierung an: Der deutsche Botschafter in China wurde bei den Verantwortlichen vorstellig und machte klar, dass Zhang Zhan nicht länger in Haft bleiben darf. "Unverzüglich" müsse sie freigelassen werden, zitiert das Auswärtige Amt den Botschafter. Damit nicht genug: Auch die US-Regierung und die EU machen sich für die Bloggerin stark. Chinas Antwort: "Chinafeindliche politische Manipulation" sei das, was westliche Regierungen und NGO's ins Feld führen.

Wer hätte von dem Pekinger Autokratenregime auch etwas anderes erwartet? Die Regierungen der demokratische Staaten dürfen nicht locker lassen - das sind sie der Kollegin schuldig.

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

 

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