Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
Service-Bereich

DJV Blog

23. August 2019
WDR-Warnstreik

600 WDR-Beschäftigte haben gestreikt

Das war ein Riesenerfolg für DJV-NRW und ver.di: In ganz Nordrhein-Westfalen haben 600 WDR-Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Ein wichtiges Signal für die vierte Tarifrunde am heutigen Freitag.

Streikaufruf vom 22. August: 600 Beschäftigte folgten. Foto: Corinna Blümel

Schwerpunkt der Arbeitskämpfe waren die Landes- und Regionalstudios. Am Landesstudio Düsseldorf trafen sich bereits am frühen Morgen mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen. Die dort angesiedelte ARD-Sendung "Live nach Neun" musste ausfallen, stattdessen ging ein Best-Of über den Sender. Ebenfalls komplett ausgefallen ist die Sendung "Westblick". Zu erheblichen Störungen kam es bei den Hörfunknachrichten sowie bei WDR-Aktuell. Die in Essen produzierte "Lokalzeit Ruhr" im WDR-Fernsehen war komplett vom Warnstreik betroffen, bei vielen weiteren Lokalzeiten gab es erhebliche Einschränkungen.

 

In der Kölner Innenstadt protestierten 100 angestellte und freie Mitarbeiter, am Standort Bocklemünd traten rund 300 Beschäftigte von WDR und ARD-Beitragsservice in den Ausstand. Spätestens jetzt war für die WDR-Geschäftsführung klar, dass das nicht nur ein Streik der Journalisten war, sondern dass der Unmut über den schleppenden Verlauf der Tarifverhandlungen bei allen Mitarbeitern des Senders groß ist. In vielen Regionalstudios war nahezu die gesamte Belegschaft im Ausstand.

 

Ob der Streik wirkt, wird sich heute zeigen, wenn die vierte Tarifrunde startet. Man darf gespannt sein. Und mehr noch: Die Geschäftsführungen weiterer ARD-Anstalten sollten sehr genau auf die Auswirkungen des WDR-Streiks blicken und sich fragen, ob sie das auch wollen oder vermeiden können. Im Interesse von Beschäftigten, Zuhörern und Zuschauern. 

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


journalist Logo

Die Redaktion berichtet monatlich über Ereignisse und Entwicklungen in den Medien, stellt spannende Köpfe der Branche vor und ... mehr

Wir unterstützen die Europarats-Kampagne
No Hate Speech Movement