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17. Februar 2017
Facebook

Chance vertan

In einem Manifest zeigt sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg besorgt über Fake News und Filterblasen. Was er dagegen unternehmen will, verrät er nicht.

Facebook und Twitter - die beiden Kommunikationsportale sind spätestens mit dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf ins Gerede gekommen. Twitter, weil Donald Trump darüber täglich seine Hasstiraden gegen andere und Lobeshymnen auf sich verbreitet. Facebook, weil es Hasskommentare und Fake News global streut und nichts dagegen unternimmt.

 

Eine Folge davon ist, dass in Deutschland die Politik intensiv darüber nachdenkt, wie sie Fake News und Hatespeech eindämmen kann. Bundesjustizminister Heiko Maas war bisher nicht allzu erfolgreich mit seinen Versuchen, mit Facebook im Konsens eine Lösung zu finden.

 

Mark Zuckerberg hat jetzt ein Manifest zur Zukunft von Facebook, der Digitalisierung und der ganzen Welt veröffentlicht. "Sorgen" bereiten ihm die Fake News, und dass vor allem junge User in Filterblasen leben und nur noch sehr eingeschränkt mitkriegen, was sich außerhalb davon tut, findet er auch nicht gut. Aber Auswege aus der Misere oder gar die Ankündigung, beherzt gegen die Verbreitung von Lügen und Hetze vorzugehen, lässt Zuckerberg vermissen.

 

Dann wird wohl weiter der deutsche Gesetzgeber an den Schattenseiten der weltweiten Kommunikation herum werkeln. Erste Ansätze sind lächerlich genug: das "Abwehrzentrum gegen Desinformation".

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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