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DJV Blog

07. August 2012
Kommentar

Die Kraft des Ruderns

Sportlich geht es in diesen Tagen in Deutschland zu. Während sich die Nation sonst vor allem für Fußball interessiert, ist jetzt das Rudern aus seinem Schattendasein ins Rampenlicht gerückt. Die Richtung spielt keine Rolle, auch das Zurückrudern will gelernt sein. In dieser Disziplin üben sich die Verantwortlichen des Deutschlandradios. Zunächst sorgte der Umgang mit einem Kommentar in- und außerhalb des Senders in der vergangenen Woche für viel Wirbel. Darin war Hellmut Königshaus, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestags, heftig kritisiert worden. FDP-Politiker Königshaus beklagte sich bitterlich, woraufhin der Kommentar online gelöscht wurde. Alles nur ein Versehen, heißt es jetzt beim Deutschlandradio, nachdem der Protest gegen den vermeintlichen Kotau des Senders vor dem aufgebrachten Politiker unüberhörbar wurde. Der Kommentar steht wieder im Netz. Ein anderer Ruder-Fall ist noch nicht abgeschlossen. Nadja Drygalla, Mitglied der deutschen Olympia-Mannschaft, erhielt gestern Unterstützung von höchster Stelle. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière, qua Amt weder für Sport noch für Medien zuständig, forderte einen behutsameren Umgang "mit einem solchen Fall". Das sieht der DJV ein wenig anders. Und erhielt Unterstützung von Sportminister Hans-Peter Friedrich: "Der Sachverhalt muss umfassend und gründlich geklärt werden", sagte er der Bild-Zeitung. "Extremistisches Gedankengut hat im Sport keinen Platz."

 

Hendrik Zörner


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