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04. Juni 2019
AKK

Eine zweite Piaf?

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat mehr als 20 Minuten lang über die Vorstandsklausur ihrer Partei referiert. Vom Vorwurf der Meinungsmache gegen Blogger und Youtuber rückte sie dabei nicht ab.

Kramp-Karrenbauer: keine Entschuldigung. Foto: CDU

Eine Woche nach dem bemerkenswerten Vorwurf der Meinungsmache gegen Blogger und Youtuber sprach Annegret Kramp-Karrenbauer gestern mehr als 20 Minuten lang über die Ergebnisse der CDU-Vorstandsklausur. Das Thema Kommunikation kam auch vor: Ihre Partei wolle sich verändern, mehr auf die Menschen zugehen. In Zukunft solle es um "echten Dialog und nicht um einseitige Kommunikation" gehen, versprach sie.

 

Wie das konkret aussehen soll, ließ die Parteichefin offen. Blumig waren ihre Ankündigungen - und leider nicht geeignet, die massive Kritik zu entkräften, die in der vergangenen Woche laut wurde. Da hatte Kramp-Karrenbauer noch von Meinungsmache geredet und erbost angekündigt, dass über die Regeln in der digitalen Welt geredet werden müsse. Das hässliche Wort "Zensur" lag in der Luft.

 

Liebe Frau Kramp-Karrenbauer, wir Journalisten hätten uns schon ein deutliches Abrücken von Ihren wenig durchdachten Äußerungen der letzten Woche gewünscht. Wolkig von Veränderungen zu schwadronieren, reicht nicht aus! Oder wollen Sie mit "Nein, ich bereue nichts" so berühmt werden wie Edith Piaf?

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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