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09. Juli 2019
Westdeutscher Rundfunk

Es reicht

Journalisten des Westdeutschen Rundfunks sind am Morgen in einen Warnstreik getreten. Der Grund: Die Senderverantwortlichen knausern außergewöhnlich stark in den laufenden Tarifverhandlungen. Jetzt soll auch noch ein Maulkorberlass die Berichterstattung über den Streik unterbinden.

Streikaufruf: Qualität statt Knausern. Foto: DJV-NRW

Zwei Verhandlungsrunden zwischen dem WDR und den Gewerkschaften gingen ergebnislos ins Land. Klar geworden ist nur, dass die Geschäftsführung nicht an konstruktiven Verhandlungen interessiert ist. Zum einen soll es nur minimale Einkommenserhöhungen geben, zum anderen soll die Vergütungsstruktur zu Lasten der Beschäftigten verändert werden. Weil absehbar ist, dass es bei der dritten Tarifrunde am 11. Juli wahrscheinlich keine Fortschritte geben würde, haben ver.di und der DJV NRW für heute zum Warnstreik aufgerufen.

 

Gut möglich, dass die Hörer mehrerer Radiowellen des WDR davon nichts erfahren. Denn für die Moderatoren von 1Life, WDR2 und WDR4 wurde ein Maulkorberlass verfügt. In einer internen Rundmail wird dazu aufgefordert, dass "Moderator*innen ihre Position am Mikrofon nicht dazu benutzen, sich inhaltlich zum Thema zu äußern, sondern neutral verhalten. Nicht die Gewerkschaften sondern einzig und allein der WDR hat die Programmverantwortung und entscheidet, inwieweit Streiks gegen den WDR zu Programminhalten werden. Konkret: Wenn wir uns in den Programmen zu dem Thema äußern, dann nur auf Ansage von programmverantwortlichen Redakteur*innen."

 

Da sind die Fernsehzuschauer besser informiert. Denn das ARD-Morgenmagazin, das vom WDR produziert wird, war am Morgen von dem Warnstreik betroffen. Ab sieben Uhr wurde die zurückliegende Stunde als Aufzeichnung ausgestrahlt. Durch eine eingeblendete Meldung informierte das MoMa seine Zuschauer.

 

Wer mehr über den Streik und seine Ursachen erfahren will: Am Vormittag treffen sich die Streikenden in der Kölner Innenstadt. Mit dabei: DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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