djv

DJV Blog

03. April 2017
Recherche

Freie Journalistin hängen gelassen

Die Wochenzeitung Freitag hat eine freie Mitarbeiterin in einer juristischen Auseinandersetzung im Regen stehen lassen. Begründung: "Redaktionen sind keine Rechtsschutzversicherung." Geht's noch?

Die Frankfurter Allgemeine hat sich am 1. April ausführlich mit der freien Journalistin Petra Reski und deren Veröffentlichung über die italienische Mafia in der Zeitung "Freitag" befasst. Dabei herausgekommen ist ein ausgewogenes Hintergrundstück, das nicht nur die Schwierigkeiten von Journalisten beleuchtet, die sich mit dem organisierten Verbrechen befassen, sondern auch den fehlenden Rückhalt durch Redaktionen.

 

In diesem Fall ging es darum, dass "Freitag" seine Mitarbeiterin hängen ließ, als sie von einem Geschäftsmann verklagt wurde, den sie in ihrer Mafia-Geschichte genannt hatte. Der Italiener verklagte sie vor dem Landgericht Leipzig erfolgreich auf Unterlassung. Reskis Zeitung hielt sich heraus. "Freitag"-Herausgeber Jakob Augstein sagte daraufhin der FAZ: "Redaktionen sind keine Rechtsschutzversicherung für mangelhafte Recherche."

 

Kein Wort darüber, dass Petra Reski seit Jahren über die Mafia recherchiert, dass sie als Expertin auf diesem Gebiet gilt. Augsteins Satz ist eine Ohrfeige für alle Freien.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


journalist Logo

Die Redaktion berichtet monatlich über Ereignisse und Entwicklungen in den Medien, stellt spannende Köpfe der Branche vor und ... mehr

Wir unterstützen die Europarats-Kampagne
No Hate Speech Movement