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DJV Blog

14. August 2012
Dampfhammer-PR

Gefälschtes Interview

Keine 300 Kilometer trennen Berlin und Hannover voneinander. Doch die Distanz scheint auszureichen, damit wichtige Nachrichten irgendwo auf der Strecke verloren gehen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die CDU Niedersachsen offenbar nichts von der Aufregung mitbekommen hat, die vorgefertigte Hörfunkbeiträge zur Gesundheitsreform der SPD-Ministerin Ulla Schmidt vor einigen Jahren verursacht haben. Vor allem Privatradios waren die Zielgruppe der Ministerinnen-O-Töne. Die Folge waren kritische Journalistenfragen und viel Häme.

Was die niedersächsische Landes-CDU jetzt versucht hat, war eine Neuauflage der Schmidt-PR. Anzeigenblättern im Land wurde ein Interview mit Ministerpräsident David McAllister angeboten - inclusive Fragen und Fotos. Kostenlos und zur freien Verwendung, versteht sich.
Am selben Tag noch, als das Hamburger Abendblatt darüber berichtete, stoppte die CDU Niedersachsen die Aktion. Torben Stephan, Sprecher der CDU Niedersachsen, rief beim DJV-Bundesvorsitzenden Michael Konken an, entschuldigte sich und gelobte, die Interview-Aktion zu stoppen. Das geschah noch am selben Tag.

 

Hendrik Zörner


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