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14. März 2019
Pressearbeit der CDU

Ja was denn nun?

CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will gerne Herrin über ihre eigenen Bilder sein, CDU-Pressesprecherin Christiane Schwarte weiterhin viel mit Journalisten sprechen. Welche Art von PR will die CDU-Spitze denn nun machen?

Kramp-Karrenbauer: Affront riskiert? Foto: CDU

Das Nachrichtenportal t-online.de hatte den Stein ins Rollen gebracht. Unter der Überschrift "Herrin über die eigenen Bilder" berichtete der Dienst von Plänen der CDU-Bundesvorsitzenden, Fotos, Videos und Informationen künftig über eigene Medien an die Öffentlichkeit zu bringen. Im Klartext: Annegret Kramp-Karrenbauer will selbst darüber entscheiden, was gezeigt und verschickt wird. t-online.de zitierte sie aus dem Magazin der Jungen Union: "Beim Auftaktgespräch zum Werkstattgespräch haben wir beispielsweise keine Presse zugelassen. Wir haben einen Livestream angeboten … Wir waren Herr über die Bilder, wir haben die Nachrichten selbst produziert. In diese Richtung wird es weitergehen."

 

Parallelen zur AfD lagen auf der Hand. Die Populistenpartei hatte vor Monaten den Aufbau eines eigenen Newsrooms angekündigt. Aktive Pressearbeit betreibt die AfD vornehmlich in Richtung stramm rechter Medien wie der Jungen Freiheit.

 

Selektive Pressearbeit statt offener Kommunikation? "Totaler Quatsch", antwortete CDU-Sprecherin Christiane Schwarte dem DJV am Telefon. "Ich bin leidenschaftliche Pressesprecherin und rede viel und gern mit Journalisten. Das wird auch so bleiben." Aha. Was redet denn da die Vorsitzende? Schwarte: "Wir wollen zusätzlich neue Wege gehen. Aber nicht als Ersatz zu den bewährten Journalistenkontakten." Also ein weiterer Patzer von AKK nach der misslungenen Büttenrede? Hoffen wir es mal. Alles andere wäre ein Affront gegenüber der Hauptstadtpresse.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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