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03. Januar 2018
Charlie Hebdo

Kreativ hinter Panzertüren?

Wie schreibt es sich hinter gepanzerten Türen und schwer bewaffneten Polizisten? Eine bittere Bilanz zieht der Chefredakteur von "Charlie Hebdo" drei Jahre nach dem Attentat.

Es war das Grauen schlechthin, als islamistische Attentäter vor drei Jahren die Redaktionsräume der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" stürmten und 12 Menschen hinrichteten. Trauer, Bestürzung, Entsetzen in Frankreich und vielen anderen Ländern, auch in Deutschland. Unzählige Menschen legten vor französischen Botschaften und Konsulaten Blumen nieder, nahmen an Mahnwachen teil. "Je suis Charlie" war der Slogan, den sie an ihrer Kleidung trugen, der im Netz kursierte, der Solidarität mit den Opfern, ihren Angehörigen und den mutigen Kollegen ausdrückte, die sich nicht dem Terror beugen die Zeitschrift weiter herausbringen wollten.

 

Wie das funktioniert, was es für Journalisten heißt, drei Jahre danach täglich hinter gepanzerten Türen und den Rücken von schwer bewaffneten Polizisten zu arbeiten, die sie vor weiterer Gewalt schützen sollen, das hat der Chefredakteur von "Charlie Hebdo" jetzt aufgeschrieben. Unvorstellbar, wie Journalisten und Zeichner in einer solchen Atmosphäre der Bedrohung kreativ arbeiten können. Aber das ist es nicht allein: "Charlie Hebdo" muss im Jahr 800.000 Expemplare verkaufen, um die Sicherheitsmaßnahmen zu finanzieren. Für eine kleine Zeitschrift eine unvorstellbare Summe. Und dann ist noch kein einziges Honorar und noch kein Gehalt bezahlt.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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