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17. August 2012
Berliner Morgenpost

Leserreporter gesucht

Manche Zeitungen haben sie im Einsatz, die Leserreporter. Mal als Tippgeber für die Redaktion, mal als Knipser am Unfallort, mal als Autoren von 10-Zeilen-Meldungen. Es gibt Chefredakteure, die auf Hobby-Journalisten lieber verzichten, und solche, die darauf schwören. Zu letzteren gesellt sich jetzt auch Carsten Erdmann vom Springer-Blatt Berliner Morgenpost. Ausgerechnet die Zeitung, die die umfangreichste Lokalberichterstattung in Berlin bietet, will jetzt noch zusätzlich Leserreporter auf die Tour durch den Kiez schicken?


Im Interview mit meedia.de erklärt Erdmann, wie er sich das Basisengagement denkt: Die Ehrenamtler sollen für den Online-Auftritt der Zeitung tätig werden, nicht für das gedruckte Blatt - zunächst nicht. Ihre Beiträge werden auf morgenpost.de vor der obligatorischen Bezahlschranke platziert. Geld soll es nicht geben, dafür zusätzlichen Traffic auf den Homepages der Leserreporter - sofern sie welche haben. Eine "Einweisung" in die journalistischen Grundregeln soll es zu Beginn der Tätigkeit geben. Damit die User wissen, woran sie sind, sollen die Beiträge der Leserreporter gekennzeichnet werden.


Ob sich das Modell durchsetzt, wird sich zeigen. An Bewerbungen besteht bei der Morgenpost jedenfalls kein Mangel.

 

Hendrik Zörner


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