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13. September 2017
Fernsehduell

Merkelschulz zum Zweiten? Lieber nicht!

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein zweites Fernsehduell. Lieber nicht, wenn es so ablaufen würde wie das erste.

Viele Themen seien nicht zur Sprache gekommen, argumentiert Martin Schulz in einem Schreiben an Angela Merkel. Den Bürgern stehe eine "umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes" zu. Dazu sei er jederzeit bereit.

 

So weit, so Wahlkampf. Angela Merkel hatte schon vor der ersten Fernsehdebatte klar gemacht, dass sie für zwei Duelle, wie die Sender sich das eigentlich gewünscht hatten, nicht zur Verfügung stehe. Unwahrscheinlich, dass sie anderhalb Wochen vor der Wahl auf den Wunsch ihres Herausforderers eingeht, so die allgemeine Einschätzung.

 

Wenn ein zweites Duell so ablaufen würde wie das erste am 3. September, sollte es lieber nicht stattfinden. Vier Journalisten sind einfach zu viele für ein solches Format. Denn da bleibt kaum die Gelegenheit, dass einer von ihnen Merkel oder Schulz in die Zange nehmen kann. Davon jedoch lebt eine solche Sendung, wie die ARD-"Wahlarena" am 11. September unter Beweis stellte. Der junge Altenpfleger Alexander Jorde brachte ein Feuerwerk an Fragen und Kritik zur Pflegesituation vor und ließ der Kanzlerin allgemeine Floskeln nicht durchgehen. Ganz so, wie kritische Journalisten das auch tun, wenn sie einem Politiker oder Prominenten von Angesicht zu Angesicht im Interview gegenüber sitzen.

 

Im Zweifel wollen das die Zuschauer lieber sehen als den gepflegten Schlagabtausch à la Kanzlerduell.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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