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02. Juli 2019
dpa

Nach der Feier etwas Bewegung

Die Deutsche Presse-Agentur feiert nicht nur ihr 70jähriges Bestehen, sondern auch einen guten Geschäftsabschluss für 2018. Jetzt fehlt nur noch ein guter Tarifabschluss für die Journalisten der Agentur.

Steinmeier: Trennung angemahnt. Foto: Rolf Poss

Die Gratulanten waren zahlreich und namhaft: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war gekommen, BDZV-Präsident Mathias Döpfner auch, DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall zählte zu den Gratulanten, Chefredakteure, Intendanten, um nur einige zu nennen. Am 1. Juli feierte die Deutsche Presse-Agentur in Berlin ihren siebzigsten Geburtstag. Nicht irgendeine Nachrichtenagentur, sondern eine Institution des Nachrichtenjournalismus, ohne deren Arbeit Zeitungen nicht erscheinen könnten, Rundfunkformate ohne Inhalt blieben, Berichte in Online-Medien nicht zustande kämen.

 

Der Bundespräsident nahm die Feier zum Anlass, eine klare Trennung zwischen Politik und Medien anzumahnen: "Demokratie und Medien brauchen einander. Gemeinsam funktionieren können sie aber nur, wenn sie die professionelle Distanz zueinander wahren." Politiker sollten keine Journalisten sein wollen und umgekehrt gelte dasselbe.

 

Am selben Tag veröffentlichte die dpa ihr Geschäftsergebnis für 2018: 2,3 Prozent mehr Umsatz, 1,5 Millionen Euro Gewinn. 1.191 Beschäftigte zählte die Agentur am Jahresende. Die schwarzen Zahlen sind hart erarbeitet von den Journalistinnen und Journalisten sowie von allen anderen Mitarbeitern des Nachrichtenkonzerns. Denen ist im Moment nicht nach Feiern zumute. Denn die Geschäftsführung gibt sich in den laufenden Tarifverhandlungen so hartleibig wie selten zuvor. Die Folge: Rund 100 Mitarbeiter des Berliner Newsrooms legten am 18. Juni in einem Warnstreik die Arbeit nieder. Premiere bei der dpa.

 

Mit Einkommenssteigerungen in Höhe der Inflationsrate liegt die Forderung der Gewerkschaften eher niedrig. Der Geschäftsbericht für 2018 zeigt, dass genug Geld in der Kasse ist, um die eigenen Leute anständig zu bezahlen. Damit auch sie allen Grund zum Feiern haben.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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