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19. Juli 2017
Brian Setzer

Ohne Knebel keine Fotos

Besonders rigide geht das Management des US-Musikers Brian Setzer gegen Bildjournalisten in Deutschland vor: Welche Fotos veröffentlicht werden dürfen, soll ausschließlich in den USA entschieden werden.

Knebelverträge - so heißen die Texte, die Journalisten unterschreiben müssen, wenn sie für ein Konzert akkreditiert werden wollen. Typische Konditionen: Fotos nur während der ersten drei Stücke, kostenlose Überlassung des Bildmaterials für Werbezwecke, keine Honorierung für die von der Konzertagentur verwendeten Fotos. Was sich dagegen unternehmen lässt? Nicht unterschreiben! Denn mit solchen Bestimmungen werden die Rechte der Bildjournalisten massiv verletzt. Klagen sind leider zwecklos, denn die Agenturen sitzen meist in den USA oder Großbritannien. Die Akkreditierungen erfolgen zwei bis vier Wochen vor einem Konzert: So schnell entscheidet kein Gericht.

 

Besonders dreist sind die Konditionen des US-Musikers Brian Setzer. Dessen Management Surfdog Records erlaubt den Fotografen nur die Veröffentlichung ihrer Bilder in einem Medium. Die Bilder müssen zudem vorher abgesegnet werden. Alle weiteren Fotos soll der Fotograf der Agentur mit allen Rechten überlassen - natürlich zum Nulltarif. Und auch die Social Media-Nutzung darf nur über die Agentur erfolgen.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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