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DJV Blog

20. April 2017
Mafia-Berichterstattung

Rechtsschutz durch Spenden

Die freie Journalistin Petra Reski, die in einem Rechtsstreit wegen ihrer Mafia-Berichterstattung von der Zeitschrift "Freitag" hängen gelassen wurde, sammelt jetzt Spenden für die rechtliche Auseinandersetzung.

Die Journalistin hatte im "Freitag" über die Mafia in Deutschland geschrieben und war prompt von einem Geschäftsmann verklagt worden, den sie in ihrem Bericht namentlich genannt hatte. Der "Freitag" hatte ihr die juristische Unterstützung mit dem Hinweis auf die Probleme eines kleinen Verlags verwehrt, für den Rechtskosten zu teuer werden könnten. Obendrein legte "Freitag"-Herausgeber Jakob Augstein noch nach und verstieg sich zu der Behauptung, Redaktionen seien nicht die Rechtsschutzversicherung von Freien. Und wie Petra Reski in ihrem Blog schreibt, hat ihr "die Gewerkschaft Verdi ebenfalls den Beistand versagt".

Damit will sich die Journalistin nicht abfinden. Vor einigen Tagen hat sie einen Aufruf gestartet mit dem Ziel, die Rechtskosten per Crowdfunding zusammen zu bekommen. "Pressefreiheit ist kein Wort. Es ist eine Tat", hat Reski ihren Text überschrieben, der zum Spenden animieren soll. Bis zum Donnerstagmorgen wies die Spendenseite 47 Unterstützer aus, die meisten Beträge liegen zwischen 30 und 100 Dollar. Wie viel zusammen kommen muss, weiß die Autorin natürlich noch nicht. Aber sie gibt sich zuversichtlich: "Wenn (hoffentlich!) etwas übrig bleibt, werde ich das einer Antimafia-Organisation zukommen lassen."

 

In ihrem Fall mag das Crowdfunding für Rechtskosten erfolgreich sein, was Petra Reski zu wünschen ist. Aber ein Vorbild für die Freien ist das Beispiel nicht. Freie Journalisten im DJV genießen Rechtsschutz. Voraussetzung: Ihr Fall muss hinreichende Erfolgsaussichten vor Gericht haben. Bei Petra Reskis Mafia-Berichterstattung wäre das zweifelsohne so.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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