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DJV Blog

25. September 2017
WDR

Streik brachte Tarifabschluss

Der Warnstreik beim Westdeutschen Rundfunk war erfolgreich: In der fünften Verhandlungsrunde kam es zu einem Tarifabschluss.

Von 7 bis 12 Uhr ging am Freitag beim WDR nichts mehr. Gemeinsam protestierten mehr als 400 Kolleginnen und Kollegen bei der zentralen Kundgebung in Köln, die mit einer spontanen, lautstarken Demonstration zu den Büros der Geschäftsführung in den WDR-Arkaden endete. 90 Beschäftigte beteiligten sich an dezentralen Warnstreikaktionen in den Lokalstudios. Der DJV NRW und ver.di hatten ihre Mitglieder im Vorfeld der fünften Runde der Gehaltstarifverhandlungen zum Protest aufgerufen, um die Forderungen nach einem angemessenen Angebot der Arbeitgeber zu bekräftigen.

 

Die Proteste hatten Auswirkungen auf das WDR-Programm: Die Nachrichtenredaktion des WDR-Hörfunks blieb von 7 bis 12 Uhr unbesetzt, die Hörfunknachrichten mussten durch ein eilig zusammengetrommeltes Notpersonal produziert werden. Die gewohnte Nachrichtensendung "Tag um 12" fiel bei WDR 3, 4 und 5 aus, stattdessen wurde eine Sendung von WDR 2 durchgeschaltet. Auch bei 1Live-Info solidarisierten sich Journalisten, kündigten den Warnstreik an und sendeten zwischen 7 und 8 Uhr keine Redebeiträge. Im Lokalstudio Wuppertal wurden die Frühnachrichten zwischen 10.30 Uhr und 11.30 Uhr nicht aktualisiert. Im Studio Duisburg traten alle Freien geschlossen in den Streik.

 

Dann waren die Arbeitgeber plötzlich verhandlungsbereit. 2,0 bis 2,2 Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar sollen die WDR-Journalisten bekommen. Im nächsten Jahr folgen weitere 2,0 bis 2,35 Prozent. Ein Streik, der sich gelohnt hat.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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