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20. September 2017
Wahlberichterstattung

Ü-Wagen im Halteverbot?

Wegen des Berlin-Marathons kann es für Fernsehteams schwierig werden, am Sonntag über die Bundestagswahl zu berichten. An Lösungen wird zurzeit gearbeitet.

Wenn in Berlin die Marathonläufer aus aller Welt zusammenkommen, herrscht in der Innenstadt Ausnahmezustand. Für Autos gelten Straßensperrungen und Umleitungsstrecken. Damit nicht genug: Auch zahlreiche Plätze und Freiflächen sind besetzt, weil dort die mobile Infrastruktur des Marathonlaufs aufgebaut ist.

 

Schon vor Wochen stellte sich daher die Frage, wo die Fernsehteams zur Bundestagswahl ihre Ü-Wagen parken sollen. Denn der nächste Berlin-Marathon findet ausgerechnet am 24. September, dem Wahlsonntag, statt. Das zuständige Bezirksamt Berlin-Mitte feuerte die Unsicherheit mit einer Pressemitteilung am 14. September erst so richtig an. Es teilte mit, dass "Halteverbotszonen für Übertragungswagen von TV-Sendern, die von der am selben Tage stattfindenden Bundestagswahl berichten wollen, nur in sehr eingeschränktem Umfang vorhanden sind". Und dann gab es gleich noch eine Breitseite gegen die Bundestagsverwaltung: "Die bei allen früheren Wahlen geübte Praxis, dass die Bundestagsverwaltung die Medienanfragen sammelt und koordiniert, wurde in diesem Jahr nicht umgesetzt." Die Bundestagsverwaltung teilte nun telefonisch mit, dass "unsere Zuständigkeit an den Außenmauern des Reichstags endet".

 

Das muss gesessen haben, denn jetzt heißt es beim Bezirksamt, die Behörden arbeiteten "mit Hochdruck an weiteren Lösungen und versuchen gemeinsam den Wünschen der Sender nach Standorten für die Übertragungstechnik nachzukommen".

 

Hoffen wir mal das Beste. Schwarze Bildschirme wird es am Sonntag wohl nicht geben.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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