Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
Service-Bereich

DJV Blog

18. Juli 2012
Leistungsschutzrecht

Verleger contra Industrie

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hatte am Dienstag die Journalisten ins Haus der Bundespressekonferenz in Berlin geladen. Von größerem Interesse als die präsentierten Branchendaten war in der Berichterstattung die Attacke des BDZV gegen den Bundesverband der Deutschen Industrie. Der BDI habe sich vor den Karren von Google spannen lassen, legte BDZV-Geschäftsführer Dietmar Wolff los. Neu war die Heftigkeit seiner Kritik, nicht deren Inhalt. Bereits im letzten Jahr waren die unterschiedlichen Standpunkte von Verlegern und Industrie zum Leistungsschutzrecht der Presseverlage offen zutage getreten. Der BDI befürchtet zusätzliche Kosten für seine Mitgliedsunternehmen, wenn vor den Artikeln der Zeitungen im Internet die Bezahlschranke herunter saust. Der BDZV klammert sich an das Gesetz, weil er der Gratiskultur im Internet endgültig einen Riegel vorschieben will. Mit seinen Attacken macht der BDZV das Leistungsschutzrecht nicht beliebter - weder bei den Usern noch bei den Journalisten, um deren Artikel es letztlich geht. Der DJV kritisiert an dem vorliegenden Gesetzestext des Bundesjustizministeriums unter anderem, dass der Anteil der Urheber am Aufkommen aus dem Leistungsschutzrecht nicht klar definiert ist. Da bleibt noch viel Arbeit für den Gesetzgeber zu erledigen.

 

Hendrik Zörner


journalist Logo

Die Redaktion berichtet monatlich über Ereignisse und Entwicklungen in den Medien, stellt spannende Köpfe der Branche vor und ... mehr

Wir unterstützen die Europarats-Kampagne
No Hate Speech Movement