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12. September 2017
Deutsche Welle

Was wird aus der Rente?

Die Deutsche Welle will der Zukunftssicherung der journalistischen Altersversorgung nicht zustimmen. Jetzt rächen sich Versäumnisse früherer Jahre.

Lange hatten sie gedauert, erbittert wurden sie geführt: die Verhandlungen über eine neue Altersversorgung für Journalisten bei den ARD-Sendern. Am 31. Juli schließlich lag ein Ergebnis auf dem Tisch: Die Rentenansprüche nach den bisherigen Tarifverträgen folgen weiterhin der Gehaltsentwicklung in den Sendern. Die Betriebsrenten sollen mit einem Abschlag von maximal einem Prozentpunkt grundsätzlich steigen wie die Gehälter. Ein dauerhaftes Absinken unter die Teuerungsrate ist damit ausgeschlossen.

 

Kurz darauf hieß es bei der Deutschen Welle, dass dieser Abschluss nicht mitgetragen werden kann. Verwaltungsratschef Peter Clever ließ sich von der FAZ gar mit dem Schimpfwort von den "Luxusversorgten" zitieren. Die Welle, so hieß es, könne sich die reformierte Altersversorgung nicht leisten.

 

Eine sehr kurzsichtige Argumentation. Denn die Deutsche Welle erhält ihr Geld aus dem Bundesetat, muss also beim Bund vorstellig werden, wenn sie mehr braucht. Wenn es seit dem Abschluss über die Altersversorgung einen solchen Vorstoß gegeben hat, muss er sehr diskret erfolgt sein. Wahrscheinlicher ist, dass die Geschäftsführung wie im Beißreflex erst mal "nein" gesagt hat.

 

Dass in Berlin niemand darauf wartet, dass die Deutsche Welle zusätzliches Geld einfordert, kann als sicher gelten. Aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht, wenn die Journalisten des deutschen Auslandssenders gerecht behandelt werden sollen. Zumal die Politik schon einmal den Geldsack geöffnet hat, um Mittel für Altersrückstellungen auszugeben. Das war in den 90er Jahren, als das DeutschlandRadio gegründet wurde. Pech für die Verantwortlichen von damals, dass sie sich mit einem zweistelligen Millionen-DM-Betrag zufrieden gaben.

 

Bei den Journalisten gibt es jedenfalls nichts zu holen. Das dürfte spätestens heute der Chefetage der Deutschen Welle klar werden: Am Vormittag beginnen die Gespräche mit den Gewerkschaften über die Altersversorgung.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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