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19. Juli 2019
Personalien

Wechsel statt Jubel

Wenn Verlage ihren Medien gravierende Veränderungen verordnen, wirkt sich das auch auf die Journalisten aus. Immer mehr von ihnen sagen: ohne mich.

Journalist: nix wie weg. Foto: Jürgen Moers

Keine Frage: Zu den Boombranchen gehören die Medien in Deutschland nicht. Aber auch nicht zu den Schlusslichtern der wirtschaftlichen Entwicklung. Das Publizieren, Verlegen, Drucken oder Posten von Texten und Fotos ist ein Milliardengeschäft. Die Wachstumsraten jedoch waren schon mal besser. Die Folge: Große Medienkonzerne strukturieren um, bei kleineren Verlagen wird die Erscheinungsweise von Titeln verändert: Aus wöchentlich wird zweiwöchentlich oder gar monatlich.

 

So geschehen beim Fachmagazin "Werben & Verkaufen", das es jetzt nur noch monatlich gibt. Und das Schwesterblatt "Kontakter" läuft gar nicht mehr über die Druckwalze, sondern erscheint nur noch online. Die Folge: Die Redaktion erlebt gerade einen Aderlass. Der Branchendienst "turi2" hat nachgezählt und kommt auf acht zum Teil langjährige Redaktionsmitglieder, die adieu gesagt haben.

 

Ähnliches erleben derzeit die Zeitungen des Medienkonzerns DuMont. Seit Monaten herrscht bei den DuMont-Titeln große Verunsicherung darüber, was die Zukunft den Beschäftigten bringt. Denn das Management denkt laut über einen Verkauf der Zeitungen nach. Immer wieder sickert aus den Gesprächen der Chefetage durch, dass ein potentieller Interessent nach dem anderen absagt. Für die Stimmung in den Redaktionen ist das tödlich. Die Folge: Redaktionelle Führungskräfte suchen das Weite. Betroffen: die Berliner Zeitung und die Hamburger Morgenpost.

 

Das Nachsehen haben die Kollegen, die bleiben und noch mehr Arbeit aufgehalst bekommen. Motivationsfördernd ist das nicht gerade. Die Verlagsmanager sollten mal darüber nachdenken, ob die Produkte wirklich besser werden, wenn sie von unzufriedenen Mitarbeitern hergestellt werden.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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