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08. Februar 2019
Funke

Zynismus in Reinform

"Konfuser Aktionismus" oder "Neuaufstellung von Medien"? Die Funke-Mediengruppe verkauft ihr Kahlschlagprogramm als tolles Zukunftsprojekt. Das ist zynisch gegenüber den Mitarbeitern, die ihre Jobs verlieren.

Mehr als 20 Journalisten sind allein bei der Zentralredaktion von Funke in Berlin betroffen. Weitere Stellen werden in Nordrhein-Westfalen gestrichen. Und in Essen muss gleich eine ganze Druckerei dran glauben. Das stellt Funke in seiner Pressemitteilung vom 7. Februar als Neuaufstellung von Regional- und Lokalmedien dar. Als "Zukunftsprogramm FUNKE 2022" wird der Kahlschlag darin verkauft. Das Programm schaffe "Voraussetzungen für weiteres Wachstum". Das Unternehmen wolle so "die Position als führender Publisher von Regional- und Lokalmedien stärken und ausbauen". In diesem vor Optimismus strotzenden Ton geht es weiter.

 

Warum nur geht Funke-Chef Ove Saffe so lapidar darüber hinweg, dass mehr als 100 Mitarbeiter des Konzerns ihre Jobs verlieren sollen? Von ihm heißt es dazu nur: "Wir müssen hier ganz neu denken und kommen leider nicht am Abbau von Stellen vorbei." Glaubt der Manager allen Ernstes, dass solche Worthülsen den Betroffenen auch nur irgendetwas nützen?

 

Dass gestandene Journalistinnen und Journalisten vor die Tür gesetzt werden sollen, ist schlimm genug. Ihnen auch noch eine solche Pressemitteilung hinterher zu schicken, ist zynisch.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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