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Bundespresseamt

Kann denn hier niemand Arabisch?

09.06.2021

Mit einem Video auf Arabisch wollte das Bundespresseamt arabischsprachige Menschen in Deutschland für das Impfen begeistern. Das Filmchen wurde wegen Hamas-Nähe eilig zurückgeholt.

Steffen Seibert: Video gelöscht. Foto: Bundesregierung

Videos zum Transport politischer Botschaften dürften Regierungssprecher Steffen Seibert besonders am Herzen liegen. Bevor er sich in den Dienst der Bundeskanzlerin stellte, war er Fernsehjournalist, stand im heute journal des ZDF regelmäßig vor der Kamera. Bei dieser Vergangenheit ist es kein Wunder, dass "sein" Bundespresseamt auch auf das Medium Film setzt. Ist nicht revolutionär neu, machen andere auch so.

Speziell für arabischsprachige Menschen in Deutschland wurde ein Video zur Impfkampagne der Bundesregierung gedreht. Absicht war, in dieser Bevölkerungsgruppe für Corona-Impfungen die Werbetrommel zu rühren. Doch aus Werbung wurde ein Flop. Wie die Bild-Zeitung herausfand, trat in dem Film der Berliner Arzt Najeeb Al-Saidi auf, der in Facebook die Vertreibung von Juden fordert und Hamas-Propaganda teilt. Damit von BILD konfrontiert, fehlten dem Bundespresseamt die Antworten. Kurz darauf war das Video nicht mehr zu finden.

Das ist wohl auch gut so. Terrorpropaganda hat in harmlosen Impf-Videos nichts zu suchen. Aber Steffen Seiberts Behörde sollte trotzdem mitteilen, wie es überhaupt zu der Panne kommen konnte. Eine Frage drängt sich beim BPA auf: Kann hier niemand arabisch? Und werden die Social Media eigentlich nicht regelmäßig gecheckt?

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

 

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