Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Correctiv

Von Schlägern bedroht

23.02.2017

Das Recherchebüro Correctiv wird von türkischen Nationalisten bedroht. Türkische Mitarbeiter haben Angst, einige haben bereits gekündigt. Sieht so die Pressefreiheit in Deutschland aus?

David Schraven, Gründer von Correctiv, ist in Sorge um seine Kollegen. Und das zu Recht. Denn die türkischstämmigen Journalisten, die die Website Özgürüz, ein Correctiv-Projekt, mit Inhalten füllen, stehen im Visier türkischer Nationalisten und AKP-Fanatiker. Drohungen sind an der Tagesordnung, seit das türkische Staatsfernsehen über das regierungskritische Exil-Portal berichtete. Daran ändert auch der Objektschutz nichts, unter dem die Correctiv-Räume stehen. Fünf Mitarbeiter haben sich laut Schraven deshalb von Özgürüz verabschiedet. Kein Wunder: Im Klima der Angst kann kein kreativer Journalismus gedeihen.

 

Die türkischen Nationalisten sind nicht die einzigen militanten Gegner, mit denen sich Correctiv herumschlagen muss. Putin-Fans stürmten Anfang August 2016 die Redaktion. Und die Anhänger der extrem rechts stehenden Identitären Bewegung lassen auch nichts aus, um der Redaktion ihre Abneigung zu zeigen, um es vorsichtig auszudrücken.

 

Sieht so die Pressefreiheit in Deutschland aus? Kann es sein, dass die Journalisten eines kritischen Mediums ohne das Kapital und die Infrastruktur eines Verlags oder Senders im Rücken um ihre Sicherheit und Gesundheit fürchten müssen? Wahrscheinlich ist der Objektschutz nicht mehr ausreichend. Ein Armutszeugnis!

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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