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Polit-Talk

Was soll das, Herr Laschet?

18.06.2021

Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union, will sich nicht einem Triell mit dem Youtuber Rezo und dem Journalisten Tilo Jung stellen. Eine unverständliche Entscheidung.

Rezo: drei Wochen auf Antwort gewartet. Screenshot: Youtube

Das wird kein ruhiges Wochenende für das Social Media-Team des Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet. In Twitter läuft der Hashtag "Laschet kneift" schon heiß.

Was ist geschehen? Der Youtuber Rezo wollte die drei Spitzenleute von CDU/CSU, Grünen und SPD im Rennen um die Kanzlerschaft zu einem Triell einladen, das auf Youtube gestreamt werden sollte. Ebenfalls mit von der Partie sollte der Berliner Journalist Tilo Jung sein, der für seine unorthodoxe Fragetechnik in der Bundespressekonferenz bekannt ist. Annalena Baerbock und Olaf Scholz hätten wohl teilgenommen, wurde Rezo signalisiert. Nicht aber Armin Laschet. Nach drei Wochen Bedenkzeit kam sein Nein. Gründe? Unbekannt. Spekulationen? Viele. Immer wieder wird jetzt Rezos Video von der "Zerstörung der CDU" zitiert.

Nun kann man ja zu Rezo und Jung stehen, wie man will. Aber klar ist, dass sie Interviews anders führen als die meisten Journalisten des Berliner Politikbetriebs und damit den Journalismus bereichern. Und sie erreichen junge Menschen - auch und gerade solche, die sich ausschließlich in Social Media informieren. Ein Triell auf Youtube wäre eine gute Ergänzung zu den Fragerunden der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender gewesen.

Stattdessen zu kneifen ist ein Affront. Haben Sie das nötig, Herr Laschet?

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

 

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