Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Dürfen freie Journalisten PR für Russland machen?

12.03.2014

Eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage

Wladimir Putin hat nichts gegen Journalisten. Ganz im Gegenteil: Wenn er nicht gerade Interviews gibt oder vor Medienarbeitern doziert, dabei ohne auf einem Podest zu thronen, sondern im Gegenteil auf gleicher Höhe, entspannt und breitbeinig vor den Journalisten auf einem Stuhl sitzend, lässt er sich ausgiebig bei Regierungsbesprechungen abfilmen: Sei es das regelmäßige Gespräch mit seinem Ministerpräsidenten, einzelnen Ministern, Oppositionspolitikern der Nationalisten oder Kommunisten - die Öffentlichkeit darf immer einige Minuten, manchmal auch länger dabei sein, wenn beim Präsidenten Hof gehalten wird. Dabei sind es nicht irgendwelche abschließenden Statements, sondern ganze Teile des Gesprächsverlaufs, und das Publikum darf dabei mitbekommen, wie der Präsident seine Gesprächspartner ausfragt, belehrt oder auch einmal richtig streng zurecht weist.

 

Damit die Offenheit des Präsidenten nicht fehlinterpretiert wird, ist es selbstverständlich sinnvoll, dass eine vernünftige Auwahl unter den Journalisten getroffen wird, die zu Interviews zugelassen werden. Genau so muss darauf geachtet werden, dass Fernsehkanäle und andere wichtige Medien von vernünftigen Journalisten geleitet werden, weswegen diese in der Regel von vernünftigen Firmen aufgekauft werden, die anschließend dafür sorgen, dass Unvernünftige freiwillig gehen oder eben auch einmal gekündigt werden. Es muss ja nicht wirklich sein, dass es zur Gewalttaten gegenüber Leuten kommen muss, die ständig destruktiv berichten. Auch wenn ab und zu einer mal von Unbekannten angegriffen wird oder aus dem Hotelzimmer fällt.

 

Der Präsident der Russischen Föderation hat nichts gegen Journalisten und sicherlich auch nichts gegen PR für Russland. Er würde ohnehin fragen, wo hier ein vernünftiger Unterschied liegen sollte. Denn der Journalist hat nun einmal die Macht konstruktiv zu begleiten, darf natürlich auch einmal eine Rückfrage stellen, aber sie sollte der Sache dienen.

 

Insofern ist die Debatte in Deutschland, ob PR-Arbeit für Russland neben einer freiberuflichen Tätigkeit als Journalist in Russland für deutsche Medien vereinbart werden kann, eigentlich klar zu beantworten: Sie ist zulässig, solange der Journalist seinen Journalismus vernünftig ausübt.

 

 

...meint jedenfalls: Alexander Alexandrowitsch Blog

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