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06. September 2019
China-Besuch

Eklat bei Hofe

Welche und wie viele Journalisten dürfen dem Treffen der Bundeskanzlerin mit dem chinesischen Ministerpräsidenten beiwohnen? Darüber ist in Peking Streit entbrannt.

Merkel, Gastgeber: Presseplätze begrenzt. Foto: ARD

Dass deutsche Spitzenpolitiker ins Ausland reisen, ist Teil der diplomatischen Beziehungen zwischen Staaten. Dass Politikjournalisten der wichtigsten Medien mitreisen dürfen, gehört zum journalistischen Auftrag. So auch diesmal beim Besuch der Bundeskanzlerin in China. Die Gastgeber haben jedoch die Presseplätze ausschließlich an chinesische Berichterstatter und an die aus Deutschland angereisten Kollegen vergeben. Die Auslandskorrespondenten, die in Peking dauerhaft berichten und leben, sollten leer ausgehen. "Kapazitätsprobleme" hieß die offizielle Begründung. Keine Chance also für die Journalisten, die China kennen, um die Probleme des Landes wissen und daher in der Lage sind, aus eigenem Erleben kritische Fragen zu stellen?

 

Kritik wird in China nicht gern gesehen. Womöglich ist das der Grund für die verweigerten Einladungen an die Korrespondenten. Erst nach langen Verhandlungen ließen sich die Gastgeber noch vier Pressetickets abluchsen.

 

Wirklich nachvollziehbar ist die diplomatische Posse nicht. Welches Bild haben die Organisatoren des Pressetermins von den mitreisenden deutschen Journalisten? Glauben sie, da kommt die Bundeskanzlerin von Deutschland mit ihrem Hofstaat, der artig zuhört, keine Fragen stellt und lammfromm berichtet? Die Medienresonanz auf Merkels Staatsbesuch spricht eine andere Sprache.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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