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08. Juli 2019
Türkische Denkfabrik

Erdogan legt nach

Von Liberalisierung ist in der Türkei nichts zu spüren, im Gegenteil. Eine aktuelle Studie listet die angeblich türkeifeindlichen Medien auf.

Seta heißt die angebliche Denkfabrik, die sich mit türkeikritischer Berichterstattung beschäftigt hat. 200 Seiten dick ist die Studie, die Wasser auf die Mühlen des Medienhassers Recep Tayyip Erdogan sein dürfte. Denn in dem Papier werden die ausländischen Journalisten namentlich aufgeführt oder, besser: angeprangert, die sich kritisch mit der politischen und wirtschaftlichen Situation der Türkei auseinandersetzen. Allein den Journalisten der Deutschen Welle sind 30 Seiten gewidmet.

 

Dass das Pamphlet in einem demokratischen Staat undenkbar wäre, muss nicht eigens betont werden. In der Türkei hingegen dürfte die Studie dem Präsidenten hoch willkommen sein. In der Staatspropaganda wird Erdogan sie als Untersuchung präsentieren, die seiner pressefeindlichen Politik endlich das pseudowissenschaftliche Fundament gibt, das bisher fehlte. Schlechte Aussichten für die Presse- und Meinungsfreiheit.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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