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17. Mai 2019
Twitter

Ist das Satire oder kann das weg?

Die Befragung einer Twitter-Vertreterin zeigt die Grenzen beim Verhindern von Hass und Falschinformationen auf. Unberechtigte zeitweilige Sperren sind kaum zu vermeiden.

Der wohl interessanteste Aspekt der gestrigen Anhörung ist der Umstand, dass die Prüfung von Desinformationsmeldungen bei Twitter durch Menschen geschieht. Auch interessant: Die meisten Meldungen bezogen sich auf die Aufforderung an AfD-Wähler, ihre Wahlzettel "fälschungssicher" zu unterschreiben. Twitter sieht sich nach eigener Darstellung nicht in der Lage, sicherzustellen, dass alle Prüfer immer richtig entscheiden. Ferner forderte das Unternehmen, dass satirische Äußerungen kenntlich gemacht werden.

 

So bitter die Sperrungen der "Jüdischen Allgemeinen Zeitung" und einiger Politiker in den vergangenen Wochen waren: Das Dilemma ist nicht aufzulösen. Weder Algorithmen noch Menschen können immer mit Sicherheit den Unterschied erkennen, ob eine Äußerung witzig oder bösartig gemeint ist. Nicht jeder Tweet kann ausführlich in seinem Kontext abgewogen werden. Dafür grassiert schlicht zu viel Müll durch die sozialen Medien. Private und institutionelle Nutzer müssen wohl mit manchmal unberechtigten zeitweisen Sperrungen leben, wenn das Unternehmen Hass und Desinformation im Zweifel ausschließen soll. Twitter muss seinerseits sicherstellen, dass zu Unrecht gesperrte User sich schnell und unkompliziert gegen solch eine Entscheidung wehren können.

 

Ein Kommentar von Sebastian Huld.

 

 

 

 

 


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