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12. Juni 2019
In Magdeburg verliehen

Journalistenpreis „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien“,

Patrick Stegemann nahm den Preis aus den Händen von Anne-Marie Keding entgegen. / Foto: Klaus-Peter Voigt

Tobias Großekemper wurde von Uwe Gajowski (r.) mit dem Preis ausgezeichnet. / Foto: Klaus-Peter Voigt

Die Journalisten Tobias Großekemper (Dortmund) und Patrick Stegemann (Berlin) sind die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien“. Am 11. Juni wurden sie in Magdeburg für ihre herausragenden Beiträge ausgezeichnet.

Auf den Wert und die Bedeutung der Pressefreiheit für die Demokratie hat der Jurist und Journalist Prof. Dr. Heribert Prantl während der Verleihung des Journalistenpreises „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien“ hingewiesen. Sie sei nicht die Freiheit zur bequemeren Berufsausübung, sondern diene der Demokratie. Dazu gehöre auch, gegen täglich auftretenden Rassismus, populistischem Extremismus und Antisemitismus anzutreten. „Die Preisträger, die wir heute hier auszeichnen, haben das getan“, sagte das langjährige Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ und ihr heutiger Kolumnist. Ihre Arbeiten seien zum 70-jährigen Jubiläum Geburtstagsgeschenke an das Grundgesetz und an dessen „grandiosen“ ersten Satz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

In Kategorie elektronische Medien gewann der Berliner Journalist Patrick Stegemann mit seinem Film: „Lösch Dich“, der im vergangenen Jahr erst auf dem Youtube-Kanal von Rayk Anders und dann im Programm von ZDF-Neo zu sehen war. Die Jury sei sich einig gewesen, dass von ihm das Thema Hass im Netz aufgearbeitet werde und zeige, „wie dieser Hass von mehr oder weniger Rechtsradikalen bewusst für die Durchsetzung von politischen Zielen genutzt wird“, würdigte Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding den Preisträger. Der Film ist das Ergebnis einer einjährigen Undercover-Recherche in rechten Trollnetzwerken.

Als Preisträger in der Kategorie Print wurde Tobias Großekemper ausgezeichnet. „Die im Dunkeln sieht man nicht“ war sein Beitrag überschrieben, der in der Dortmunder Lokalausgabe der „Ruhr Nachrichten“ erschien. Der Lokaljournalist habe die Entwicklung im rechten Spektrum seit 1982 aufgezeigt, lange bevor der Nationalsozialistische Untergrund mit seinen Morden begann, sagte Uwe Gajowski, Vorsitzender des sachsen-anhaltischen Landesverbandes des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV). „Vor allem aber wirft der Beitrag ein Licht auf die rechten Netzwerke, die sich über Jahrzehnte inmitten der Zivilgesellschaft weitgehend ungestört entwickeln konnten.“ Zudem zeige der Beitrag, welche Möglichkeiten der Lokaljournalismus hier biete.

Der Journalistenpreis "Rechtsextremismus im Spiegel der Medien" wurde zum sechsten Mal verliehen. Eine Jury hatte die Sieger aus bundesweit mehr als 30 Einsendungen ermittelt. Den Preis hatten das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, der Deutschen Journalisten-Verband Sachsen-Anhalt und der Landeszentrale für politische Bildung. Gewürdigt werden damit herausragende Reportagen und Berichte, die sich mit dem Themenkreis rechte Gewalt, Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit auseinandersetzen. Der Preis ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert, unterteilt in einen Preis für Beiträge in Printmedien und einen Preis für Beiträge in elektronischen Medien.


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