Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Halle-Prozess

Auftakt mit Hindernissen

22.07.2020

Am ersten Tag des Prozesses gegen den mutmaßlichen Halle-Attentäter in Magdeburg lief für die anwesenden Journalisten nicht alles glatt. Da ist noch Luft nach oben.

Prozess in Magdeburg: großes Medieninteresse. Foto: Imago Christian Grube

Um 10 Uhr sollte am Dienstag das Gerichtsverfahren in Magdeburg beginnen, bei dem es um die Anschläge von Halle im vergangenen Jahr geht. 73 Plätze stehen für Journalistinnen und Journalisten zur Verfügung: 44 im Gerichtssaal und 29 in einem Medienarbeitsraum mit Tonübertragung. Aber erst einmal hieß es für die Berichterstatter: warten. Insgesamt 170 Personen, von Anklagevertretern über Journalisten bis hin zu Besuchern, wollten an dem Verfahren teilnehmen. Sie alle mussten drei Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen, ehe sie Zutritt zu den Räumen im Landgericht Magdeburg erhielten. Die Folge: Der erste Verhandlungstag begann erst um 12 Uhr.

 

Den hohen Sicherheitsanforderungen dürfte auch geschuldet gewesen sein, dass es widersprüchliche Aussagen über so banale wie notwendige Dinge wie Steckerleisten gab. Ein freier Journalist berichtete auf Twitter, zuerst sei den Korrespondenten empfohlen worden, eigene Steckerleisten mitzubringen, weil in dem Gerichtssaal nur acht Steckdosen verfügbar sein sollten. Dann wieder wurde Journalisten untersagt, die Leisten in den Saal mitzunehmen. Inzwischen scheint die Stromversorgung der Korrespondenten gesichert zu sein. Und zu guterletzt behauptete die Vorsitzende Richterin am Ende des ersten Verhandlungstags, die zweistündige Verspätung des Prozessbeginns habe an den Journalisten gelegen.

 

Das alles lässt sich positiv mit "Anlaufschwierigkeiten" überschreiben, negativ mit Voreingenommenheit gegen die Journalisten. Die weiteren Verhandlungstage werden zeigen, welche Variante zutrifft.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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