Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Fake News

Journalisten, aufpassen!

07.09.2021

Je näher die Bundestagswahl kommt, desto mehr Fake News über Spitzenkandidaten und Parteien machen die Runde. Viel zu oft werden sie von Medien ungeprüft verbreitet.

Foto: Your Photo Today

Die Untersuchung hat es in sich: Die Bürgerbewegung Avaaz hat Desinformation und soziale Medien im Vorfeld der Bundestagswahl analysiert. Das Resultat: die Studie "Deutschlands Desinformations-Dilemma 2021". Zum einen stellte sich heraus, dass jede vierte Falschnachricht über Politiker Annalena Baerbock betrifft. Und überhaupt sind Politiker der Grünen mit 46 Prozent Spitzenreiter der Desinformations-Narrative.

Geradezu erschreckend sind aber die Verbreitungswege von Fake News: An erster Stelle rangiert nicht Facebook, auch nicht Twitter, wie man es vielleicht seit Donald Trump glauben könnte. Die meisten Lügen (22 Prozent) werden über das Medium Fernsehen in deutsche Wohnzimmer transportiert. An zweiter Stelle rangierren mit 18 Prozent die etablierten Medien wie etwa Zeitungen und Zeitschriften. Erst ganz knapp dahinter folgen die sozialen Medien.

Wie kann das sein? Journalistische Medien als Dreckschleudern? In einem Land, das mit Presserat und Landesmedienanstalten Aufsichtsgremien über die Qualität des Journalismus hat? Das zeigt die Studie etwa am Beispiel der Falschnachricht über ein von den Grünen angeblich befürwortetes Haustierverbot. Den Ursprung hatte dieser Fake in Facebook. Die Faktenchecker von dpa, AFP und Correctiv haben das Haustierverbot unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass es sich dabei um Desinformation handelte. Das wiederum griffen zahlreiche Zeitungen auf. In den Berichten war alles richtig wiedergegeben, aber zuweilen hatten es die Überschriften in sich, indem das angebliche Haustierverbot in Frageform gekleidet und als Fakt dargestellt wurde.

Journalisten müssen in der Zeit bis zur Bundestagswahl ganz besonders genau hingucken, damit sie nicht ungewollt das Geschäft der Desinformanten betreiben.

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

 

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