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Aktuelles

07. Mai 2020
Berlin

Angriff auf die Demokratie

Der dritte Übergriff auf Journalisten in dieser Woche: In Berlin verletzte ein Demonstrant einen Tontechniker des ARD-Hauptstadtstudios. Diesmal griff die Polizei sofort ein und verhaftete den Mann. Gut so.

Zugriff: Gewalttäter festgenommen. Foto: DJV

Gerade mal fünf Tage lagen zwischen den Fällen: Am 1. Mai wurde ein Team der ZDF-heute show in Berlin krankenhausreif geprügelt. Die Täter sind nach wie vor unbekannt. Am gleichen Tag schlug in Kreuzberg ein Polizist eine Journalistin ohne jeden Anlass so brutal ins Gesicht, dass sie Prellungen und abgebrochene Zähne davon trug. Die Polizei ermittelt gegen den Beamten.

 

Am 6. Mai schließlich versammelten sich mehrere hundert Menschen auf der Wiese vor dem Reichstag, um gegen die Corona-Beschränkungen zu demonstrieren. Mit dabei waren Pegida-Anhänger und Medienfeinde, die "Lügenpresse" brüllten. Beim Brüllen blieb es nicht: Ein Demonstrant wollte zutreten, traf dabei die Mikrofonangel des ARD-Tontechnikers, die ihm durch den Tritt gegen den Kopf prallte. Der Kollege soll jedoch unverletzt geblieben sein. Polizisten griffen ein und verhafteten den Angreifer. Ihm droht jetzt ein Strafverfahren wegen Körperverletzung.

 

Klare Worte fand Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios: "Unserem Team geht es zum Glück gut, aber solche Angriffe gegen die #Presse sind widerlich! #ARD Team wurde angegriffen", schrieb sie noch am Abend auf Twitter. Und ARD-Chefredakteur Rainald Becker fügte hinzu: "Erst ein Kamerateam des ZDF, heute ein Team der ARD. Wer Journalisten angreift und an ihrer Arbeit hindert, greift die Demokratie an." Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


Presseausweis, Stift und Block auf einer Laptoptastatur

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