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27. März 2017
Werbung

Was tun? Was tun!

Die internationale Mediaagentur Zenith legt Zahlen vor, die es in sich haben: Die Onlinewerbung wächst zweistellig zulasten der traditionellen Medien. Verleger und Sender müssten alarmiert sein.

Nach den aktuellen Zenith-Zahlen wächst der globale Werbemarkt 2017 um 4,4 Prozent auf 592 Milliarden Dollar. Überdurchschnittlich, nämlich um 13 Prozent, legt die Online-Werbung zu. Mit insgesamt 200 Milliarden Dollar überholt sie die Fernsehwerbung. Ebenfalls alarmierend: 2019 sollen 55 Milliarden Dollar in die Social Media-Werbung fließen. Das wäre zum ersten Mal mehr, als die Printmedien weltweit mit Anzeigen umsetzen. Die Tendenz scheint klar zu sein: Irgendwann wird das örtliche Möbelhaus seine Schnäppchen lieber auf Facebook anpreisen als in der Heimatzeitung.

 

Dass seit Jahren schon die Umwälzung der Werbegelder in vollem Gange ist, hat hierzulande offenbar bei den Kaufleuten von Fernsehsendern und Printmedien nur zu der Frage geführt: Was tun? Resultate sieht der normale Zuschauer oder Leser nicht. Wenn im ZDF die immer gleichen Pharmapräparate für die Zielgruppe 60 plus beworben werden, wenn im Ersten Abend für Abend eine Englische Bulldogge über den Bildschirm schwabbelt und so den Zuschauer zum Kauf eines Schlankheitsmittels animieren soll, dann sagt das eine Menge über die Attraktivität des jeweiligen Mediums für die Werbewirtschaft aus.

 

Das alles wäre ja noch hinnehmbar, wenn nicht nach dem geltenden Geschäftsmodell der Medien die Arbeitsplätze der Journalisten zu einem guten Teil vom Werbeaufkommen abhingen. Es ist daher im Interesse des Journalismus, wenn die klassischen Medien endlich innovative Antworten auf die dramatischen Veränderungen auf dem Werbemarkt finden würden. Wenn sie zeigen würden, dass Innovation nicht nur im Digitalen, sondern auch in ihrem jeweiligen Medium möglich ist. Wenn aus dem Fragezeichen hinter "Was tun" endlich ein Ausrufezeichen würde.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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