Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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18. März 2020
China/USA

Weltpolitik auf dem Rücken von Journalisten

Die USA und China schikanieren Auslandskorrespondenten der jeweils anderen Macht. Die Pressefreiheit wird zum Opfer geopolitischer Rangeleien.

Maximal 100 Korrespondenten der fünf größten chinesischen Staatsmedien sollen sich künftig in den USA aufhalten dürfen. Das verfügte vor einigen Tagen die Trump-Administration. Begründung? Keine. Die Folge: Rund 60 chinesische Journalisten müssen die USA verlassen.

 

China schlägt jetzt zurück: Mehrere Journalisten von New York Times, Wall Street Journal und Washington Post, deren Akkreditierungen zum Jahreswechsel ausgelaufen sind, haben jetzt noch 10 Tage Zeit zum Kofferpacken. Dann müssen sie in ihre Heimat zurückkehren, denn neue Pressekarten gibt es für sie nicht. Doch damit nicht genug: Die drei US-Zeitungen sowie das Time Magazine und der Sender Voice of America sollen detaillierte Auskünfte über Personal, Finanzen, Aktivitäten und Immobilien in China geben. Begründung? Keine.

 

Klar ist nur, dass die betroffenen Korrespondenten in China und in den USA Opfer der Rangeleien zwischen den Staatschefs der beiden Länder auf der weltpolitischen Bühne werden. Vielleicht stirbt die Hoffnung zuletzt, die Pressefreiheit jedenfalls stirbt zurerst.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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