Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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07. Februar 2014
Synopse

BDZV: "Tarifwerk Zukunft" / MTV GTV

Die Verhandlungsrunde gestern am 5. Februar war ernüchternd. Sie hat den erhofften Fortschritt zu tragfähigen neuen Tarifverträgen für die deutschen Tageszeitungen nicht gebracht.


Der BDZV hat den Gewerkschaften DJV und dju Texte vorgelegt, die sich bei näherer Betrachtung als Sammelsurium aller Verleger-Wunschvorstellungen erweisen.

Dazu einige erste Einschätzungen und Bewertungen vom DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring:

„Die Wunschliste der Verlage ist weder der wirtschaftlichen Situation der Verlage angemessen noch durchdacht. Mit ihr kann qualitätsvoller Journalismus ebenso wenig erreicht werden, wie sie der Motivation der Redakteurinnen und Redakteure dient. Unter dem schon zynisch anmutenden Titel „Tarifwerk Zukunft“ scheint der BDZV Tarifabbruch statt Aufbruch betreiben zu wollen.

Der Gesamteindruck der Vorschläge ist erschreckend. Mindestens die Summe der verlangten Verschlechterungen lässt erkennen, dass den Vertretern der Verlage die Wertschätzung für das abhanden gekommen ist, was Redakteurinnen und Redakteure täglich leisten.

Im Einzelnen:
-    Kaufkraftindex statt Gehaltstabelle
-    weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld für alle;
-    wenn der Verlag will, auch davon die Hälfte nur als „Erfolgsprämie“;
-    jedenfalls aber eine Kürzung bei längerer Krankheit (!)
-    Redakteurinnen und Redakteure zweiter Klasse in einer neuen Gruppe
-    erheblich weniger Gehalt für alle Neuen
-    faktische Kappung der Berufsjahrstaffel nach dem 8. Jahr
-    für Neue nur noch 30 Tage Urlaub
-    Mehrarbeit für andere Zeitungen, Bücher etc. des gleichen Verlags
-    Angriff auf die Tantiemen der Kollegen von den Verwertungsgesellschaften
-    keine bezahlte Freistellung mehr für ehrenamtliche Aufgaben im
     Berufsverband

Das „Angebot“ des BDZV zur Gehaltsanhebung:

Keine Gehaltsanhebung für den Zeitraum von August 2013 bis Dezember 2014. Stattdessen: eine Einmalzahlung in unbezifferter Höhe. Für 2015 dann im besten Fall 1,4 Prozent mehr, vielleicht aber auch nur 0,7 Prozent oder gar 0,35 Prozent, da kommt es dann auf den Index an!

Das ist  keine Grundlage für eine Einigung. DJV und dju bleiben bei ihrer klaren Linie: Finger weg von den Leistungen für die, die in den Redaktionen hervorragende Arbeit leisten. Umbau und eben nicht Abbau für diejenigen, die neu dazukommen, unabhängig vom Einsatzbereich in der Redaktion!

Ist es wahrscheinlich, mit einem BDZV in dieser Verfassung und mit dieser Grundhaltung zu neuen und in die Zukunft reichenden Tarifverträgen zu kommen? Die Aussichten sind dafür nicht gestiegen! Wir sind aber darauf vorbereitet, die Interessen der Redakteurinnen und Redakteure auch auf anderen Wegen zu verfolgen. Der BDZV muss umsteuern, wenn er als Tarifpartner weiter ernst genommen werden will.“

 

Synopse GTV

Synopse MTV


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