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Das Knausern hat einen Preis

19.06.2019

Mit so viel Resonanz auf den Streikaufruf bei der dpa hat niemand gerechnet: 100 Beschäftigte des Berliner Newsrooms legten am Dienstag in einer aktiven Mittagspause die Arbeit nieder. Deutlicher konnte die Antwort auf die Hinhaltetaktik der Geschäftsführung in den Tarifverhandlungen nicht ausfallen.

dpa-Warnstreik: Zankapfel Leermonate.

"Wir können es noch gar nicht fassen! Mit ca. 90 Prozent der Beschäftigten des Berliner Newsrooms, die von den aktuellen Tarifverhandlungen betroffen sind, haben wir soeben erfolgreich die Arbeit niedergelegt." So beginnt eine Mail der dpa-Tarifaktivisten vom gestrigen Dienstag. Nicht nur die Zahl von 100 Streikenden ist beeindruckend, sondern auch die Tatsache, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Nachrichtenagentur ein Warnstreik stattfand. Entsprechend groß war vorher die Sorge, ob es überhaupt zu einem Arbeitskampf kommen würde. Das Ergebnis sprach dann für sich.

 

Der dpa-Geschäftsführung ist das hoffentlich eine Lehre. Das Knausern in mittlerweile fünf Tarifrunden hatte seinen Preis: eine unverhofft nachrichtenarme Zeit am gestrigen Mittag. Dass sich eine solche Aktion womöglich erneut durchführen ließe, sollte das dpa-Management besser einkalkulieren, wenn die Tarifverhandlungen fortgeführt werden.

 

Das Fass zum Überlaufen brachte bei den Beschäftigten die Sturheit der Chefetage bei den sogenannten Leermonaten. Wäre bei den Einkommenssteigerungen vielleicht noch eine Einigung mit DJV und ver.di möglich gewesen, die nur Zuwächse in Höhe der Inflationsrate forderten, so beharrten die Arbeitgebervertreter darauf, dass es für die Zeit vom Auslaufen des Tarifvertrags im Januar bis zum nächsten Abschluss keine Erhöhung geben soll. Das brachte die Kollegen auf die Straße.

 

Also, liebe dpa-Chefs: Bewegung ist angesagt, im ureigensten Interesse aller Beteiligten!

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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