Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Wirecard-Ermittlungen

Einstellung war überfällig

04.09.2020

Die Staatsanwaltschaft München hat die Ermittlungen gegen zwei Journalisten der Financial Times im Wirecard-Skandal eingestellt. Das war auch höchste Zeit.

Whistleblower: Notwendig, nicht kriminell. Foto: Your Photo Today

Dan McCrum und Stefania Palma heißen die beiden Reporter der Financial Times, die über Jahre hinweg den Finanzkonzern Wirecard unter die Lupe genommen haben. Mit ihren Recherchen haben sie den größten Finanzskandal in der Geschichte der Bundesrepublik aufgedeckt. Dass ihnen das betroffene Unternehmen die Arbeit schwer gemacht hat, kann nicht verwundern. Kein Konzern liebt es, wenn seine krummen Geschäfte ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden sollen. Aber das war es nicht allein, was ihre Recherchen behinderte: Zu allem Überdruss ermittelte auch noch die Staatsanwaltschaft München gegen die beiden Journalisten. Auslöser dafür war, dass die Aufsichtsbehörde Bafin über die FT-Enthüllungen mindestens aufgeschreckt war.

Als die Bombe geplatzt war, Top-Banker zeitweise in Haft saßen bzw. weltweit zur Fahndung ausgeschrieben waren, stand endgültig fest, dass Palma und McCrum hervorragende Arbeit geleistet hatten. Das attestierte ihnen vor einer Woche auch der Insolvenzverwalter der Pleite-Bank. Er lobte die beiden Journalisten und hob ihre besonderen Verdienste um die Aufdeckung des Skandals hervor.

Jetzt endlich klappte die Staatsanwaltschaft die Aktendeckel zu. Die Behörde teilte am Donnerstag mit, die Berichterstattung der beiden sei grundsätzlich zutreffend und "jedenfalls vom Standpunkt der damaligen Informationslage aus weder falsch noch irreführend" gewesen. Warum das so lange gedauert hat, sagten die Ermittler nicht.

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

 

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