Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Einstieg in den Journalismus

Nach wie vor erstrebenswert

26.05.2017

Ja, es stimmt: Es werden deutlich mehr junge Leute ausgebildet als der Markt tatsächlich braucht. Vor allem an den Hochschulen hierzulande gibt es sehr, sehr viele Ausbildungsgänge.

Foto: Pixabay

 

Der Beruf ist aber deshalb nach wie vor erstrebenswert, weil er Freiheiten bietet, die man sonst kaum findet. Nicht nur hat man häufig die Chance, Themen vorzuschlagen und über Themen zu schreiben und sprechen, die einem wirklich am Herzen liegen. Journalisten haben zudem eine ganz besonders wichtige, gesellschaftlich relevante und verantwortungsvolle Aufgabe: Missstände in Staat und Gesellschaft aufzudecken. Sie werden daher auch oft als vierte Macht im Staat bezeichnet.

 

Wer heute wirklich in den Beruf will, Durchhaltevermögen und Flexibilität beweist, Neugier mitbringt und die Fähigkeit hat, Menschen zum Reden zu bringen, der hat gar nicht so schlechte Karten. Es schadet auch nicht, wenn man gerade Sätze schreiben kann, selbst wenn man zu Radio oder Fernsehen will.

 

Die Chance auf ein Volontariat oder sogar einen Platz an einer renommierten Journalistenschule ist sogar wieder um einiges höher als noch vor ein paar Jahren. Vor allem in den ländlichen Regionen ist es mittlerweile für die Verlage gar nicht mehr so einfach, überhaupt geeignete Bewerber zu finden. Dabei ist die Lokalzeitung, die natürlich mulitmedial arbeiten sollte, nach wie vor kein schlechter Einstieg in den Beruf. Wer also eine gewisse Bereitschaft zum Umzug mitbringt, hat gute Karten nach dem Studium gleich als Volontär loslegen zu können.

 

Journalismus erlebt zudem dank Trump und Co. gerade wieder einen Aufwind. Die Menschen wollen, gerade wenn sie das Gefühl haben, dass jemand sie für dumm verkaufen will, wissen, was wirklich Sache ist. Dafür wenden sie sich an die Journalisten, die nach wie vor eine hohe Glaubwürdigkeit genießen.

 

Einen Königsweg in den Beruf gibt es nicht. Naturwissenschaftliche und mathematische Kenntnisse sind im Zeitalter der Digitalisierung allerdings besonders wertvoll. Es genügt für Journalisten nicht mehr, einfach mit Block und Stift loszuziehen und Geschichten aufzuschreiben. Journalisten müssen jetzt vor Augen haben, wie man Geschichten online am besten erzählt und welches Handwerkszeug man dafür braucht.

 

Wer nach den ersten Praktika schon genau weiß, dass er Journalist werden will, kann auch gleich nach dem Abitur versuchen, ein Volontariat  zu ergattern. Insgesamt wird ein Studium für den weiteren Karriereweg aber hilfreich sein. Ob man vor oder nach dem Volontariat studiert, spielt jedoch keine Rolle.

 

Sicherlich ist es nicht verkehrt, Journalistik an einer der renommierten Hochschulen zu studieren. Man kann natürlich auch Geisteswissenschaften studieren, muss aber wissen, dass man dadurch sicher kein Alleinstellungsmerkmal in der Branche hat. Journalisten, die coden können, oder auch Datenjournalisten sind dagegen derzeit besonders gefragt.

 

Wer einen Platz an einer der renommierten Journalistenschulen ergattert, kann sich freuen. Die Plätze sind aber rar. Es ist auch nicht mehr so, dass die Festanstellung danach sicher ist. Auch von Absolventen dieser renommierten Einrichtungen hören wir immer wieder, dass sie danach erstmal auf der Suche nach einem geeigneten Job sind, egal ob  freiberuflich oder festangestellt. Während aber noch vor einigen Jahren vielfach die sogenannte „eierlegende Wollmilchsau“ gefordert wurde, werden jetzt Rufe nach Spezialisierung laut.

 

 

Eva Werner

 

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