Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Diversität

Noch viel zu tun

15.11.2021

In Sachen Diversität tritt der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf der Stelle. Grund für eine Resolution der Teilnehmerinnen des 43. Herbsttreffens der Medienfrauen von ARD, ZDF, DLF, DW und ORF. Die Kernforderung lautet: genau so viele Frauen ins öffentlich-rechtliche Prgramm wie Männer.

Seit Jahren schon werden mit schöner Regelmäßigkeit Zahlen über das Geschlechterverhältnis im Fernsehprogramm und in den Sendern veröffentlicht. Daraus geht hervor: Beim Berufseinstieg in den Journalismus ist das Verhältnis ausgewogen, mit den Jahren kippt es in Richtung Männer. In den Führungspositionen das alt bekannte Bild: Intendantinnen und Chefredakteurinnen lassen sich meist an einer Hand abzählen.

Nicht viel besser sieht es im Programm aus: Ein Drittel/zwei Drittel ist in etwa die Faustformel. Die Corona-Pandemie hat das Missverhältnis sogar noch begünstigt: Nur 26 Prozent der Fachleute, die zu Wort kamen, waren weiblich. Darauf hat eine Resolution Bezug genommen, die die Teilnehmerinnen des 43. Herbsttreffens der Medienfrauen von ARD, ZDF, DLF, DW und ORF veröffentlicht haben. Der Titel: "Es reicht uns: weiterhin zu wenig Frauen in Film und Fernsehen!" Nicht allein der Frauenanteil ist Grund zum Ärgernis, auch der fehlende Spiegel der gesellschaftlichen Realität im Programm. Das reicht von Menschen mit Migrationshintergrund bis hin zur sexuellen Orientierung, wenn sie nicht hetero ist. Was folgt daraus? Die Forderung der Medienfrauen an die Chefetagen der Sender, nach dem Beispiel der britischen BBC 50:50 anzustreben und ein gezieltes Casting von Frauen für TV-Shows auf den Weg zu bringen.

Die Intendanten sind gut beraten, die Resolution sehr ernst zu nehmen. Denn es geht nicht nur um Geschlechtergerechtigkeit, sondern auch um die Gaubwürdigkeit der Sender und ihrer Programme.

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

 

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