Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
Heißer Scheiß?

Wie disruptive Technologien den Journalismus ändern oder auch nicht.

12.10.2018

Zu Beginn stellte Mark Heywinkel, Head of Development und stellv. Redaktionsleiter von ze.tt das neue Tool „fax“ von ze.tt vor, mit dem freie Journalisten und Redaktionen weltweit besser zusammenarbeiten können, das mit Google-Finanzierung umgesetzt wurde. (Hier kann „fax“ kostenfrei heruntergeladen werden: https://zeit.to/2LUoRFt).  Noch sei das Tool aber nicht fertig, werde ständig weiterentwickelt. Man habe bei ze.tt unter anderem auch neue Podcasts gestartet und mit dem neuen Google-Pendant zu Instagram experimentiert, dafür Stories produziert. Heywinkel  bedauerte allerdings mit Blick auf die gesamte deutsche Medienlandschaft: "Wir Journalisten können Wandel zwar gut beschreiben, aber schlecht umsetzen". Innovation könnte in den deutschen Medien schon weiter sein.

 

Auch Johannes Klingebiel, Innovation bei der Süddeutschen Zeitung, stimmte dem zu. Er berichtete davon, dass man bei der SZ auch viel auf Zeit, FAZ u. ä. schaue und verriet: „Es gibt bei uns ein böses Sprichwort: Die schnellste Art und Weise bei der SZ ein Produkt zu starten, ist das Konzept an die Zeit zu schicken.“ Dafür erntete er viele Lacher. Mark Heywinkel entgegnete, dass das aber ein freundlicher Blick von außen sei. Er sei wahrscheinlich in genau der gleichen Situation wie Johannes Klingebiel. Große Themen für ihn bei der SZ seien aktuell jedenfalls Automatisierung und Strategieunterstützung, so Klingebiel. Ein Riesenthema sei auch der Anzeigenverkauf. AR und VR seien wegen der hohen Kosten keine so großen Themen, durchaus aber journalistische Medien, auch in Kombination mit Games. Das gelte auch schon für die 360-Grad-Videos, die nicht einfach zu produzieren seien, aber schon bei der SZ zum Einsatz kämen.

 

Innovatives Denken müsse auf jeden Fall zuerst in den Medienunternehmen stattfinden, meinte die digitale Kommunikationsberaterin Eva Werner auf die Frage von Johannes Meyer, welche Startups die Medien denn zukaufen sollten. Es funktioniere nicht, einfach nur Startups zuzukaufen. Es müsse zuerst im Unternehmen ankommen. Medienunternehmen aber täten sich im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen besonders schwer mit Digitalisierung und Innovation. Das gelte unter anderem für das Experimentieren im Blockchain aber auch den Einsatz von KI, der noch ziemlich überschaubar sei, wie auch  das DFKI (Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz) jüngst festgestellt habe. Andere Branchen seien da schon deutlich weiter. Ein Problem sei ihrer Meinung nach, dass Medienunternehmen zu oft von der Angst getrieben seien, ihre althergebrachte Macht zu verlieren. Das bremse Innovation.

 

Eva Werner

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