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Wir brauchen mehr Forschung

Rückgang der Pressevielfalt

Wir brauchen mehr Forschung

Förderung der Forschung zum Rückgang der Pressevielfalt

Hinsichtlich der Frage, wie viele Journalist:innen es in Deutschland gibt, zu welchen Bedingungen sie arbeiten und welche Auswirkungen die Präkarisierung des Berufes auf die Qualität der Arbeit hat, gibt es bisher kaum valides Zahlenmaterial.

In den USA gibt es eine breit angelegte Forschung und Berichterstattung zum Rückgang der Pressevielfalt: Die Washington Post berichtet, dass in den letzten 15 Jahren 2.000 Zeitungen eingestellt wurden. Eine solche Forschung ist in Deutschland noch ausbaufähig. Von herausragender Bedeutung sind dabei Daten zur Anzahl der hauptberuflich tätigen Journalist:innen. Leider ist dieses Material sehr lückenhaft.

Bekannt ist, dass die Zahl der angestellten Journalist:innen in Tageszeitungen in Deutschland stark rückläufig ist. Laut FAZ waren es im Jahr 2000 in deutschen Tageszeitungen noch rund 17.000 Journalist:innen und Volontär:innen tätig, 2016 waren es gut 11.000, also ein Drittel weniger. Der Artikel unterscheidet an dieser Stelle nicht zwischen festangestellten und freiberuflich tätigen Journalist:innen; lebensnah betrachtet muss es sich um die Zahl der Festangestellten handeln. Die unklare Datenlage illustriert hier weiter den Forschungsbedarf. Schätzungen zufolge waren im gesamten Berufsstand Journalismus 1993 noch 54.000 Menschen festangestellt tätig. 12 Jahre später, 2005, belief sich diese Zahl auf nur noch 48.000. Aktuelle Schätzungen weisen für das Jahr 2021 nur noch 36.000 festangestellte Journalist:innen aus. Der Gesamttrend dürfte eindeutig sein, die Zahl der hauptberuflich tätigen Journalist*innen ist stark rückläufig. Umso wichtiger ist es, hier nicht nur mit Schätzungen, sondern mit belastbarem Zahlenmaterial zu arbeiten.

Auch die Entwicklung der Einkommenssituation von Journalist:innen ist noch nicht ausreichend erforscht. Aufgrund eigener Umfragen geht der DJV davon aus, dass sich die Einkommenssituation gerade von freiberuflichen Journalist:innen dramatisch verschlechtert hat. Aber auch hier können effektive Gegenmaßnahmen nur dann getroffen werden, wenn belastbares Zahlenmaterial vorliegt.