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Pressefreiheit

Kein Schönwetterrecht

Pressefreiheit

Grundrecht und Notwendigkeit

Ohne Pressefreiheit keine Demokratie

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 5 (1)

Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten sowie Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Artikel 19 der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" der Vereinten Nationen 

Pressefreiheit bezeichnet das Recht der Medien, insbesondere der Presse und des Rundfunks, ihre Tätigkeit frei von staatlicher Zensur oder unangemessener Einflussnahme auszuüben. Dieses Recht ermöglicht es Journalist:innen, Nachrichten und Meinungen frei und ohne vorherige Genehmigung oder Eingriffe seitens der Regierung oder anderer staatlicher Organe zu veröffentlichen.

Die Pressefreiheit ist eng mit dem Konzept der Meinungsfreiheit verbunden und ein grundlegendes Element demokratischer Gesellschaften. Sie soll sicherstellen, dass Bürger:innen ungehinderten Zugang zu Informationen haben, ihre Meinungen frei äußern können und die Medien eine Vielfalt von Perspektiven darstellen können. Pressefreiheit trägt dazu bei, eine informierte Öffentlichkeit zu schaffen, die in der Lage ist, kritisch zu denken und aktiv an demokratischen Prozessen teilzunehmen.

In vielen Ländern ist die Pressefreiheit als grundlegendes Menschenrecht in Verfassungen oder anderen Rechtsdokumenten verankert. Dennoch kann die Realität der Pressefreiheit von Land zu Land sehr unterschiedlich sein, abhängig von den politischen, rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Journalist:innen können in einigen Fällen durch Zensur, Einschüchterung oder rechtliche Maßnahmen behindert werden, was die Pressefreiheit beeinträchtigt. Pressefreiheit ist daher nicht nur ein Anliegen der Medien, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der demokratischen Struktur einer Gesellschaft.

Journalistische Berichterstattung bei Einsatzlagen

Informationen für Medienschaffende und Polizeieinsatzkräfte

Pressefreiheit ist ein Grundrecht, das auch in dynamischen Einsatzlagen von der Polizei geschützt werden muss. Für ein besseres Miteinander von Journalist:innen und Polizisten im Einsatz hat der DJV Infos, Tipps und Empfehlungen zusammengestellt.

Schutzkodex

Wie Medienhäuser Journalisten schützen können

Ein Bündnis aus Journalistenorganisationen, Mediengewerkschaften und Beratungseinrichtungen hat den Schutzkodex im April 2022 vergangenen Jahres ins Leben gerufen. Medienhäuser, die sich dem Kodex angeschlossen haben, erklären sich dazu bereit, bestimmte Standards zum Schutz ihrer Mitarbeitenden umzusetzen. Der Kodex umfasst ein Dutzend praktische Maßnahmen wie feste Ansprechpersonen bei den Arbeitgebern sowie psychologische und juristische Unterstützung der Betroffenen bei verbalen und körperlichen Gewalterfahrungen.

Stuttgarter Erklärung des Deutschen Journalisten-Verbands zur Pressefreiheit

2. Mai 2026

Pressefreiheit ist eine tragende Säule freiheitlicher und demokratischer Gesellschaften. Der 3. Mai, den die UN-Generalversammlung 1993 zum internationalen Tag der Pressefreiheit erklärte, soll daran erinnern, dass freie und unabhängige Medien ein konstituierendes Merkmal freier und demokratischer Gesellschaften sind. Der Deutsche Journalisten-Verband vertritt die Interessen von 25.000 hauptberuflichen Journalisten in Deutschland und verteidigt dieses wichtige Grund- und Menschenrecht gegen Angriffe. Während der Landesverband Baden-Württemberg dieser Tage in Stuttgart sein 40-jähriges Bestehen feiert, müssen wir leider besorgt feststellen, dass Pressefreiheit und professioneller Journalismus zunehmend unter Druck stehen.

Einerseits gerät das Mediensystem durch die Dominanz der Plattformkonzerne ins Wanken. Oligopole im Silicon Valley dominieren den Werbemarkt und entziehen Medienhäusern so den Zugriff auf eine tragende Säule der Finanzierung ihrer Arbeit. Außerdem haben Soziale Netzwerke sowie Suchmaschinen den Zugang zum Publikum weitestgehend monopolisiert. Nicht mehr die Qualität journalistischer Angebote ist entscheidend für eine Verbreitung, sondern nach den algorithmischen Logiken verbreiten sich verstärkt polarisierende und emotionalisierende Inhalte. - Das hat zerstörerische Konsequenzen für den politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Andererseits könnten öffentlich-rechtliche Medienangebote ein Stabilitätsanker in diesen unsicheren Zeiten sein, doch wird auch deren Legitimität von Teilen der Politik in Frage gestellt. Die Diskussion um die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird in großen Teilen von Populismus geprägt. 

Wir rufen im Jubiläumsjahr des DJV Baden-Württemberg die kommende Landesregierung zum Tag der Pressefreiheit auf, sich die Verteidigung der Pressefreiheit zu einer Hauptaufgabe ihrer Regierungsarbeit zu machen und sich für den Erhalt einer vielfältigen Medienlandschaft im Bundesland und in Deutschland zu engagieren. Artikel fünf im Grundgesetz muss zwar weiter auch als Abwehrrecht verstanden werden, um Übergriffe des Staates auf die „vierte Gewalt“ zu verhindern – die Pressefreiheit verpflichtet den Staat aber auch, die Grundlagen eines funktionierenden Mediensystems zu schaffen.

Der Kampf gegen Desinformation und Fake News, die Information über relevante gesellschaftliche und politische Dynamiken in den Kommunen, im Bundesland, in Deutschland, Europa und der Welt, das Stiften einer regionalen Identität und Verantwortung, das Fördern der Medienkompetenz, das Kontrollieren „der Mächtigen“ und kritische Berichterstattung über alle relevanten gesellschaftlichen und politischen Ereignisse – all das macht kritischer und unabhängiger Journalismus möglich und leistet so seinen Beitrag zum Gelingen von Demokratie. Ein lebendiges Mediensystem ist dabei auch ein Standortfaktor. Medienhäuser tragen nicht nur durch ihre Tätigkeit zum wirtschaftlichen Erfolg einer Region bei und sorgen für attraktive Arbeitsplätze, sie haben auch eine Strahlkraft weit über die Region hinaus.

Die Bundesländer als für Medienpolitik zuständige Einheiten tragen damit eine hohe Verantwortung zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Mediensystems. Wir wollen die künftige Landesregierung hiermit ermutigen, diese Verantwortung mit Leben und mutigen Initiativen zu füllen. 

Mika Beuster - DJV-Bundesvorsitzender    

Markus Pfalzgraf - Vorsitzender DJV-Landesverband Baden-Württemberg                                                                                                     

Positionspapier des DJV-Bundesvorstands zum Anwachsen des Rechtsextremismus in Deutschland

12. Juli 2024

Nach dem Ergebnis der Europawahl und mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg sorgt sich der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) um die Pressefreiheit. Es ist nicht mehr auszuschließen, dass extreme und pressefeindliche politische Kräfte in den Bundesländern in
Regierungsverantwortung kommen und ihre verfassungsfeindlichen Vorstellungen von Medienpolitik umsetzen.

Der DJV positioniert sich gegen jegliche Angriffe auf die in unserer Demokratie grundgesetzlich geschützte Pressefreiheit.

Die AfD und der Journalismus

Schon unter ihrem Gründungsvorsitzenden Bernd Lucke wurden bei der AfD Akkreditierungen bei Parteiveranstaltungen nach Gutsherrenart vorgenommen: Journalist*innen, die als „zu kritisch“ galten, wurden nicht zugelassen. Je radikaler und extremer die Partei wurde, desto feindlicher wurde ihr Umgang mit
Berichterstattung. 

„Lügenpresse“-Rufe stehen im Gegensatz zur begehrten Dauer-Präsenz der AfD-Prominenz in reichweitenstarken Talkshows oder in „Sommer-Interviews“ öffentlich-rechtlicher und privater Medienhäuser.

Darüber hinaus bedienen sie Anhänger*innen und Mitglieder mit Falschinformation über ihre eigenen Kanäle und nutzen die Reichweite befreundeter rechtsextremer und verschwörungsideologischer Medien.

Die AfD macht keinen Hehl daraus, wie sie die Medien verändern will. „Die Rundfunk- und Medienstaatsverträge sind in jedem Bundesland zu kündigen, um eine grundlegende Reform zu ermöglichen.“

„Faktenprüfer und Meinungswächter dürften keine staatliche Finanzierung erhalten“, fordert die AfD weiter. Im Grundsatzprogramm fordert die Partei ausdrücklich, den Rundfunkbeitrag abzuschaffen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in ein Bezahlfernsehen umzuwandeln. Das bedeutet nicht weniger als die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dies sind einige Beispiele von vielen.

Schutz der Pressefreiheit

Der DJV benennt und kritisiert Angriffe auf die freie Berichterstattung und die Pressefreiheit, egal von wem sie begangen werden. Das machte bereits der DJV-Verbandstag 2018 in Dresden deutlich.

Die AfD und andere radikale, extreme und verschwörungsideologische Kräfte haben durch Hass, Hetze und Häme ein gesellschaftliches Klima befördert, in dem Übergriffe auf Journalist*innen alltäglich geworden sind.

Im Februar dieses Jahres hatte der DJV eine Neujustierung der Berichterstattung über die AfD gefordert. Berichterstattung muss kontinuierlich auf die extremistischen Absichten dieser Partei hinweisen. Bundesvorsitzender Mika Beuster: „Das muss wie ein unübersehbarer Warnhinweis wie auf Zigarettenschachteln in unseren Artikeln auftauchen.“ Offen rechtsextreme Positionen zu transportieren, ist nicht Aufgabe des Journalismus. Wenn eine Partei als gesichert rechtsextrem gilt, dürfe sie nicht wie andere demokratische Parteien in der Berichterstattung behandelt werden.

Unser Umgang mit der AfD

Der Deutsche Journalisten-Verband wird daher 

  • keine politischen Gespräche mit Repräsentant*innen verfassungsfeindlicher Parteien oder Gruppierungen führen, egal auf welcher staatlichen Ebene,
  • keine Vertreter*innen zu Veranstaltungen entsenden, die von verfassungsfeindlichen Parteien und ihr nahestehenden Organisationen initiiert bzw. dominiert werden,
  • alle Angriffe auf Medien und ihre Vertreter*innen bekämpfen und das Grund- und Menschenrecht auf Pressefreiheit verteidigen,
  • weiterhin den Schulterschluss mit demokratischen gesellschaftlichen Partner*innen suchen, die sich gegen ein Erstarken extremistischer Bestrebungen positionieren,
  • seine Mitglieder unterstützen, wenn sie wegen ihrer Recherchen oder Veröffentlichungen Schwierigkeiten mit verfassungsfeindlichen Parteien und deren Repräsentanten bekommen.

DJV-Verbandstagsbeschluss 2018

Dresdner Erklärung zu politischem Extremismus

Der Deutsche Journalisten‐Verband lehnt alle Formen von politischem Extremismus gleich welcher Ausrichtung strikt ab. Journalistinnen und Journalisten im DJV treten in ihrem Beruf aktiv für die Demokratie und ihre Grundwerte, insbesondere für die Presse‐, Rundfunk‐ und Meinungsfreiheit, ein. Die Mitgliedschaft im DJV und Positionen, welche die Pressefreiheit bzw. die freie, ungehinderte Ausübung des Journalistenberufs einschränken wollen, sind miteinander nicht vereinbar. 

Wer Mitglied des DJV ist, 

  • wirkt an der freien, individuellen und öffentlichen Meinungsbildung mit, 
  • tritt für von staatlichen, politischen und sonstigen Einflüssen freie Medien ein, 
  • lehnt die Einschränkung der freien und ungehinderten Berichterstattung ab, 
  • nimmt durch sorgfältige Recherche die berechtigten Interessen der Allgemeinheit wahr. 

Der DJV fordert alle politischen Parteien dazu auf, sich zur Pressefreiheit zu bekennen und die freie und ungehinderte Ausübung des Journalistenberufs zu sichern.

33. Polish Economic Forum in Karparc, Polen, 04.09.24

Gemeinsame Erklärung von "Media Dialogue Eastern Partnership" und DJV

DJV-Pressemitteilungen zur Pressefreiheit

AfD-Bundesparteitag

02.07.2026

Polizei muss Journalisten schützen

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Sicherheitsbehörden zu einem wirksamen und umfassenden Schutz der Journalistinnen und Journalisten am kommenden Wochenende in Erfurt auf.

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Nato-Gipfel

29.06.2026

Journalistenhatz thematisieren

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert Bundeskanzler Friedrich Merz auf, die Verfolgung von Journalistinnen und Journalisten in der Türkei beim anstehenden Nato-Gipfel in Ankara zu thematisieren.

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Databroker

05.06.2026

Tabu für Polizei gefordert

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Polizeibehörden von Bund und Ländern auf, keine Standortdaten kommerzieller Databroker zu verwenden und zu speichern.

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US-Restriktionen

03.06.2026

Pentagon-Pressebüro wieder öffnen

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert US-Verteidigungsminister Pete Hegseth auf, das Betretungsverbot des Pressebüros im Pentagon für Journalistinnen und Journalisten unverzüglich aufzuheben.

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Blogartikel zum Thema Pressefreiheit

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06.10.2025

Chatkontrolle bedroht Pressefreiheit

Der wichtigste sichere Messenger könnte bald aus Europa verschwinden – mit gravierenden Folgen für die Pressefreiheit.

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“Meinungsfreiheit hat Grenzen”. Mit diesen Worten kündigte Dunja Hayali vor zwei Tagen an, sich für einen Moment aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Weil sie permanent auf allen Kanälen attackiert  …

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Köln, CSD-Sonntag, Nieselregen. Graue Wolken über der Domstadt, doch unten auf den Straßen: ein Farbenmeer. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) war in diesem Jahr mit einem eigenen Wagen und viel  …

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02.04.2025

Journalismus braucht Auskunftsrecht

Die „repräsentative Demokratie“ stärken – das klingt zunächst gut. Unter dieser Überschrift aber will der Unions-Chefverhandler in der Koalitions-Arbeitsgruppe "Bürokratieabbau, Staatsmodernisierung,  …

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Früher haben wir über Autokraten berichtet, die unsere Meinungsfreiheit einschränken. Jetzt können wir uns schon glücklich schätzen, ohne Probleme in die USA einreisen zu dürfen. Redaktionen brauchen  …

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