Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Umfragen

Ergebnis der Umfrage Freie zur Corona-Pandemie

Die Ergebnisse der Umfrage zur Lage der freien Journalistinnen und Journalisten nach der Corona-Pandemie liegen vor. Hier die wichtigsten Punkte:

Vom kreativen Mittelstand unter das Existenzminium geraten:

Die Berufsgruppe der Freien ist durch die Corona-Krise schwer getroffen. Von einem monatlichen Durchschnittsgewinn von 2.470 Euro ist der Erlös seit der Corona-Krise auf lediglich 780 Euro im Monat gesunken. Dieser Durchschnittswert darf zudem nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der Freien, die Verluste schreiben, sogar bei rund 50 Prozent liegt. Ebenfalls fast 30 Prozent kommen auf gerade einmal bis zu 500 Euro Gewinn, und weitere 13 Prozent nur bis auf 1.000 Euro.

Fotojournalismus besonders hart getroffen:

Freie mit Schwerpunkt im Fotojournalismus wurden besonders schwer getroffen. Ihr monatlicher Erlös sank von durchschnittlich 2.260 Euro auf lediglich 560 Euro.



Erheblicher Rückgang der Honorarzahlungen:
Bei 43 Prozent beträgt der Honorarrückgang bis zu 1.000 Euro im Monat. 25 Prozent fehlen 1.000-2.000 Euro und 21 Prozent 2.000-3.000 Euro. Über fünf Prozent haben einen Honorarrückgang im Bereich von 4.000-6.000 Euro im Monat.

Betreuungsprobleme sorgen für Honorarrückgang:
32 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer arbeiten Corona-bedingt wegen der Betreuung von Kindern weniger. 12 Prozent der Freien auch wegen anderer Personen.

Auftragsschwund:
Ein Drittel der Freien berichtet davon, dass es überhaupt keine neuen Aufträge oder Einsätze mehr gibt. Die Hälfte gibt an, dass es im bisherigen Auftrags-/Einsatzfeld weniger Umsatz gibt.

Soforthilfen unzureichend:

Die Soforthilfe der Landesregierungen wird von über der Hälfte der Befragten als unzureichend eingestuft, weil die Hilfen nur für Betriebsausgaben und nicht für den Lebensunterhalt verwendet werden dürfen.

Neues Hilfeprogramm ab Juni gefordert:
Mehr als ein Drittel (38 Prozent) wünschen sich ein weiteres Programm für Hilfen ab Juni. 15 Prozent der Befragten hatten zum Zeitpunkt der Umfrage noch gar keinen Antrag gestellt, weil sie noch Honorareingänge aus den Vormonaten verzeichneten.

Geringe Ersparnisse:
28 Prozent der Freien haben gar keine nennenswerten Ersparnisse aufgebaut, 41 Prozent haben ein Sparvermögen von unter 60.000 Euro. Bis zu 90.000 Euro haben lediglich sieben Prozent, bis zu 120.000 Euro nur fünf Prozent und über 120.000 Euro sechs Prozent.

Probleme bei Freien an Rundfunkanstalten:
Auch im Bereich der Rundfunkanstalten haben Freie massive Einbußen erlitten. Von monatlich durchschnittlich 3.150 Euro im Monat sanken ihre Einnahmen auf 1.810 Euro, also um mehr als 40 Prozent.

Online-Weiterbildung noch nicht die Regel und wenn, dann selten:
Die Weiterbildung per Internet nehmen nur 45 Prozent der Freien wahr, und von diesen auch nur 16 Prozent regelmäßig. 55 Prozent haben damit  keine Erfahrung.

Nebentätigkeiten nur bei einem Teil vorhanden:

Ein Drittel der Befragten (30 Prozent) übt nebenbei noch andere Tätigkeiten aus.

Gemischtes Verhältnis zu Angestellten:

Von den fest angestellten Kolleginnen und Kollegen unterstützt fühlen sich knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent), mehr als ein Drittel (39 Prozent) dagegen nicht. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) haben hierzu weder eine positive oder negative Haltung.

Immer noch mehrheitliche Zufriedenheit mit dem journalistischen Beruf:

Fast jede vierte befragte Person (23 Prozent) ist mit dem Beruf sehr zufrieden. Mehr als ein Drittel der Befragten (39 Prozent) sind eher zufrieden. Eher unzufrieden sind knapp ein Viertel (24 Prozent) und sehr unzufrieden ein Fünftel (19 Prozent). Bei den im Fotojournalismus Tätigen Personen ist die Stimmung allerdings praktisch umgekehrt.

Erwartungen gegenüber dem DJV:

Der DJV sollte sich vor allem für Sozialleistungen einsetzen, das ist die häufigste Forderung. Ebenfalls werden höhere Steuervorteile für Freie gefordert.Besonders gefragt ist zudem der Einsatz für die Freistellung von Altersversorgung und Lebensversicherungen von Anrechnungen (z.B. bei ALG II, Wohngeld, Kinderzuschlag etc.).

Eine ausführlichere Fassung der Umfrageergebnisse ist abrufbar unter djv.de im Format PDF



Michael Hirschler, hir@djv.de

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