Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Fotografen haben Namen 2014

Namensnennung ist unverzichtbar - Siegerzeitungen: Oldenburgische Volkszeitung, junge Welt und Welt kompakt

Die Nennung der Namen von Bildjournalisten ist gesetzliche Pflicht. Wenn der Name fehlt, haben Fotografen einen Anspruch auf Schadensersatz mindestens in Höhe des angemessenen Honorars. Mit der Aktion „Fotografen haben Namen“ wertete der DJV auch im Jahr 2014 wieder zahlreiche deutsche Tageszeitungen aus, ob die Namen der Bildautoren ordnungsgemäß genannt wurden. Sieger der Auswertung sind: Oldenburgische Volkszeitung/Vechta (87 Prozent richtig, 1. Platz), junge Welt (82 Prozent richtig, 2. Platz), Welt kompakt/Ausgabe Berlin (78 Prozent richtig, 3. Platz).

Die ausführliche Liste der Platzierungen findet sich weiter unten.

Die Siegerzeitungen zeichnen sich durch besondere Sorgfalt aus. So wurden dort selbst kleinste Symbolfotos auf der Titelseite mit der Namensnennung versehen, und im Regelfall werden auch die Namen von Agenturfotografen genannt.

Bei der Auswertung vieler anderer Tageszeitungen fiel wie in den Vorjahren allerdings auf, dass insbesondere die Namen der Bildjournalisten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nicht nicht genannt werden, während das bei lokal tätigen Bildjournalisten öfters erfolgt. Das Beispiel der Siegerzeitungen zeigt aber, dass die Nennung prinzipiell möglich ist.


Michael Hirschler, hir@djv.de

Bildunterschriften 2014

Fotografen haben Namen 2014: Die Details

Zeitungstitel; Prozentsatz richtige Nennungen
 
Oldenburgische Volkszeitung;87
Junge Welt;82
Welt Kompakt (Berlin);78
Welt Kompakt (Köln);75
Schwarzwälder Bote Oberndorf;72
Die Kitzinger;70
Nordkurier;69
Welt Kompakt (München);69
BILD (Köln);67
neues deutschland;67
Berliner Morgenpost;66
Volksblatt Würzburg;65
Freie Presse Chemnitz;63
Nordsee Zeitung;63
Ostthüringer Zeitung;63
Kreiszeitung Wesermarsch;60
Pforzheimer Zeitung;60
BILD (Saarland);59
BILD (Mainz/Wiesbaden);59
Die Oberbadische (Lörrach);59
Die Welt (Berlin);59
Main-Post;58
Berliner Zeitung;57
Die Welt (Bundesform);57
BILD (Berlin);56
Donaukurier;55
WAZ (Essen);55
BILD (München) / Bild City;54
BILD (Nürnberg);53
Badische Zeitung Freiburg;51
Die lütte Bild;51
Ludwigsburger Kreiszeitung;51
Nürnberger Nachrichten;51
Süddeutsche Zeitung;51
Weser Kurier;51
Wetzlarer Neue Zeitung;51
BILD (Magdeburg);50
Die Welt (München);50
Ostfriesischer Kurier;50
Passauer Neue Presse;50
BILD (Hamburg);47
Heilbronner Stimme;47
Kieler Nachrichten;47
Allgäuer Zeitung;46
Neue Osnabrücker Zeitung;46
Nordbayerischer Kurier;46
Darmstädter Echo;45
Thüringer Allgemeine (Gotha);45
Thüringische Landeszeitung (Gotha);45
Dill-Zeitung;44
Fränkische Landeszeitung;44
Rüsselsheimer Echo;44
Main-Echo;43
Südwestpresse;43
Sindelfinger/Böblinger Zeitung;42
Gießener Anzeiger;41
Jeversches Wochenblatt;41
Eßlinger Zeitung;40
Express (Bonn);40
Freies Wort - Meininger Tagblatt;40
Hamburger Abendblatt;40
Hamburger Morgenpost;40
Märkische Allgemeine;40
Saarbrücker Zeitung;40
Wiesbadener Tagblatt;40
Wilhelmshavener Zeitung;40
Anzeiger für Harlinger Land;39
Bergedorfer Zeitung;39
Fränkischer Tag;39
WAZ (Herne);39
Ostfriesen-Zeitung Leer;38
Schorndorfer Nachrichten;38
Waiblinger Kreiszeitung;38
Allgemeine Zeitung Mainz;37
Frankenpost;37
Frankfurter Rundschau;37
NWZ Göppinger Kreisnachrichten;37
Wiesbadener Kurier;37
taz (Hamburg);37
Augsburger Allgemeine;36
Die Rheinpfalz (Ludwigshafen);36
Reutlinger Generalanzeiger;36
Der Tagesspiegel;35
Hohenloher Zeitung;35
taz;35
FAZ;34
Fellbacher Zeitung;34
Nordwest Zeitung Oldenburg;34
Rheinische Post (Ausgabe Düsseldorf);34
Schwäbisches Tagblatt;34
Schwäbische Zeitung;34
Volksstimme (Ausgabe Salzwedel);34
Frankfurter neue Presse;33
Kölner Stadt-Anzeiger;33
Ruhr-Nachrichten (Dortmund);32
Hessische Allgemeine;31
Lübecker Nachrichten;31
Mittelbayerische Zeitung;31
Mitteldeutsche Zeitung (Ausgabe Halle/Saale);31
Nürnberger Zeitung;31
Ostfriesische Nachrichten;31
Rhein-Neckar-Zeitung;31
Altmarkzeitung (Ausgabe Salzwedel);30
Bonner Rundschau;30
Cannstatter Zeitung;30
Kreiszeitung/Böblinger Bote;30
Westfälische Rundschau Lokalteil Dortmund-Süd;30
Badische Neueste Nachrichten;29
Freies Wort Ilmkreis;29
Kornwestheimer Zeitung;29
Marbacher Zeitung;29
General-Anzeiger Bonn;28
General-Anzeiger für Ostfriesland, Emsland, Oldenburger Land;28
Handelsblatt;28
Leonberger Kreiszeitung;28
B.Z.;27
Der Teckbote, Kirchheimer Zeitung;27
Norddeutsche Neueste Nachrichten (Rostock);26
Schweriner Volkszeitung;26
Südthüringer Zeitung;26
Stuttgarter Nachrichten;26
WZ Westdeutsche Zeitung Düsseldorf;26
Stuttgarter Zeitung;25
Offenbach Post;24
Trierischer Volksfreund;24
Hanauer Anzeiger;23
Ostsee Zeitung (Rostock);23
Fuldaer Zeitung;22
Holsteinischer Courier;22
Landshuter Zeitung;22
Main-Taunus-Kurier;22
Nürtinger Zeitung;22
Oberbayerisches Volksblatt;22
TZ München;22
Main Spitze;21
Delmenhorster Kreisblatt;20
Abendzeitung München;19
Landeszeitung (Lüneburger Heide);19
Rheiderland Zeitung;18
Rhein-Zeitung (Koblenz);18
Eckernförder Zeitung;17
Mannheimer Morgen;17
Rhein-Zeitung (Mainz);16
Der neue Tag;14
Münchner Merkur;14
Berliner Kurier;13
Flensburger Nachrichten;12
Straubinger Tageblatt;12
Werra Rundschau;12
Emder Zeitung;11
Gießener Allgemeine;10
Die Tagespost;5

Klar geregelt: Der gesetzliche Anspruch auf Namensnennung

Der Anspruch auf Nennung des Namens ist gesetzlich klar geregelt. In § 13 Urheberrechtsgesetz heißt es klar:

§ 13 Anerkennung der Urheberschaft


Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.

Nach ständiger Rechtsprechung führt die Nichtnennung des Namens zu einem Schadensersatzanspruch in Höhe des Honorarwerts des Fotos. Wer als Fotograf eigene Verträge mit höheren Schadensersatzansprüchen verteilt hat, kann sogar noch mehr in Rechnung stellen.

Das Recht auf Nennung des Namens kann auch durch Allgemeine Geschäftsbedingungen und Verträge nicht abgeändert werden. Auch der Schadensersatzanspruch kann nicht durch Kleingedrucktes von Verlagen ungültig gemacht werden. Will heißen: Wer einen Knebelvertrag unterschreibt, in dem die Geltendmachtungdes Schadensersatzanspruchs de facto erschwert oder sogar unmöglich gemacht wird, kann darauf pfeifen. Der Anspruch besteht dennoch.

Der DJV hat sogar im Verbandsklageverfahren gegen den Verlag Axel Springer Passagen aus den Verträgen der Bildjournalisten gerichtlich streichen lassen, durch die der Verlag Ansprüche einschränken wollte.

Auch Verträge zwischen Agentur und Fotografen können einen direkten Anspruch des Bildjournalisten gegen die Zeitung nicht ausschließen. Das bedeutet: Wer sich als Redakteur darauf verlässt, dass "dpa" als Fotozeile genügt, bringt sein Blatt in Haftung, selbst wenn dpa selbst nichts sagt oder dort ein Mitarbeiter meint, das wäre alles nicht so wild.

Der DJV berät die freien Bildjournalisten, aber auch Bildredakteure und Betriebsräte in der Frage, wie sich sie sich gemeinsam für eine Durchsetzung dieses Rechts einsetzen können. In den nächsten Monaten sind neue Initiativen in Betrieben geplant. Interessenten sollten sich an das DJV-Referat Bildjournalisten wenden, um sich in solchen Fragen beraten zu lassen.

Anmerkung zur Systematik der Umfrage

Die Tabelle erhebt nicht den Anspruch wissenschaftlicher Genauigkeit bei der Positionierung. Die Auswertung des DJV ist durch verschiedene ehrenamtlich tätige Teams sowie Mitarbeiter der DJV-Geschäftsstellen erfolgt. Stichtag war der 3. April 2014, um das Ergebnis rechtzeitig am 23. April, dem Welttag des Urheberrechts, präsentieren zu können.

Kriterium war die Nennung mindestens des Nachnamens am Bild. Fehler bei der Zählung oder eine unterschiedliche Bewertung bzw. verschieden ausgeübtes Ermessen im Einzelfall können nicht ausgeschlossen werden, so dass es im Ranking unter Umständen nach genauer wissenschaftlicher, mehrfacher Zählung mit Kontrollgängen zu anderen Positionen kommen kann. Der DJV freut sich über wissenschaftliche Einrichtungen oder Institutionen, die deswegen mit dem DJV bei der Aktion 2014 kooperieren wollen. Redaktionen, die sich falsch eingestuft sehen, können sich selbstverständlich beim DJV-Referat Bildjournalisten melden. 

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