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Nach Übergriffen

Arbeitgeber in der Pflicht

26.03.2026

Der Deutsche Journalisten-Verband ruft die Medienarbeitgeber auf, die Journalistinnen und Journalisten aktiver als bisher gegen Anfeindungen und Diffamierungen zu schützen.

Anlass ist die aktuelle Studie „Strapazierter Journalismus“ des European Centre for Press & Media Freedom (ECPMF). Befragungen von Medienschaffenden ergaben, dass zwei Drittel Anfeindungen in den letzten 12 Monaten mindestens einmal erlebt haben. In 78,6 Prozent der Fälle kamen die Übergriffe aus dem rechtsextremen Milieu. Lediglich eine Minderheit von 23,9 Prozent der Befragten gab an, dass Strukturen und Maßnahmen in ihrem Arbeitsumfeld eingeführt wurden, um mit Anfeindungen umzugehen. 77,7 Prozent sind laut ECPMF zudem eher oder voll und ganz der Meinung, dass sich die Anforderungen an die journalistische Arbeit durch das veränderte politische Klima und öffentliche Debatten erhöht hätten. 82,4 Prozent sagten, dass ihre Arbeit bei gleichbleibenden oder geringeren personellen Ressourcen verdichteter geworden sei. „Das zeigt“, so DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster, „dass sich die Journalistinnen und Journalisten von ihren Arbeitgebern allein gelassen fühlen. Das muss sich schleunigst ändern.“

Der DJV-Vorsitzende erinnert in dem Zusammenhang daran, dass Anfeindungen und Diffamierungen von Medienschaffenden in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hätten: „Nichts deutet darauf hin, dass sich kurzfristig daran etwas ändert. Umso wichtiger ist es, dass die Verlage und Sender ihrer Verantwortung für die Beschäftigten gerecht werden.“ Dazu gehöre die aktive Teilnahme der Sender und Verlage am Schutzkodex, der Übergriffe auf Medienschaffende bekämpfe. Dass fast 40 Prozent der Befragten schon einmal über einen Berufswechsel nachgedacht hätten, sei ein Alarmzeichen für den Zustand des Journalismus.

Bei Rückfragen: Hendrik Zörner, djv@djv.de

 

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