Übergriffe
Demo-Recherchen nur im Team
Der Deutsche Journalisten-Verband rät Medienschaffenden dazu, Vorort-Recherchen über Demonstrationen und Veranstaltungen extremistischer Gruppierungen nur im Team durchzuführen.
Das gilt insbesondere für freie Journalistinnen und Journalisten, die häufig als Solo-Reporter unterwegs sind. Anlass ist der am heutigen Dienstag veröffentlichte Bericht von Reporter ohne Grenzen zur Lage der Pressefreiheit. Daraus geht hervor, dass die Zahl der Übergriffe auf Berichterstatter gegenüber dem Vorjahr zwar von 89 auf 55 zurückgegangen ist, dass aber „erneut die Berichterstattung auf Demonstrationen sowie bei Recherchen und Filmaufnahmen in rechtsextremen Milieus“ besonders gefährlich gewesen sei, wie es heißt. Am häufigsten bestanden die Übergriffe in Schlägen und Tritten gegen die Journalisten. Daraus folgt für den DJV-Bundesvorsitzenden Mika Beuster neben der Notwendigkeit eines umfassenden Schutzes durch die Polizei eine Risikominimierung durch die Kolleginnen und Kollegen vor Ort: „Es ist gefährlich, allein zu recherchieren und zu fotografieren. Dieses Risiko darf niemand eingehen.“
Der DJV-Vorsitzende weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass sich auch die Sender und Verlage aktiv um den Schutz der Journalistinnen und Journalisten kümmern müssen: „Extremisten, die ein Problem mit der Presse haben, schaden nicht nur den Reportern vor Ort, sondern auch den Medien und dem Grundrecht der Pressefreiheit.“ Es sei auch an den Medienunternehmen, aktiv dagegen vorzugehen. Eine Möglichkeit sei das Engagement im Schutzkodex, dem bereits ein Dutzend Medienunternehmen angehören.
Bei Rückfragen: Hendrik Zörner
E-Mail: djv@djv.de