Merz-Besuch in Ankara
Pressefreiheit ansprechen
Der Deutsche Journalisten-Verband fordert Bundeskanzler Friedrich Merz auf, bei seinem heutigen Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan die Situation der Pressefreiheit in der Türkei anzusprechen.
In dem Land wird die Presse- und Meinungsfreiheit seit vielen Jahren systematisch unterdrückt, sitzen unzählige Journalisten in Haft. Kritische Medienschaffende werden wegen Terrorunterstützung angeklagt und verurteilt, wenn sich ihre Berichte und Recherchen kritisch mit der Politik der Regierung auseinandersetzen. „Das einzige Verbrechen der Kolleginnen und Kollegen in der Türkei besteht darin, dass sie ihren Job machen wollen“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. „Dazu darf der Bundeskanzler bei Präsident Erdogan nicht schweigen.“
Der DJV-Vorsitzende weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass türkische Journalisten im Exil häufig unter Polizeischutz stehen: „Sie leben in ständiger Angst vor Erdogans Häschern – auch in Deutschland.“ Das binde Kapazitäten der Polizei und schade der inneren Sicherheit hierzulande. Beuster: „Es darf heute in Ankara nicht beim Austausch freundlicher Worte bleiben.“
Bei Rückfragen: Hendrik Zörner
Tel. 030/72 62 79 20, djv@djv.de