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Deutsche Welle

Warum schweigt Weimer?

19.02.2026

Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert die massiven Einsparungen bei der Deutschen Welle, die bei einer Sondersitzung der Gremien beschlossen wurden.

Anlass war die Kürzung des DW-Etats um 10 Millionen Euro. Dazu kommen unausgeglichene Tarifsteigerungen aus der letzten Tarifrunde, so dass insgesamt ein Defizit von 21 Millionen entstanden ist. Mindestens 160 Vollzeitstellen sollen gestrichen werden. Das griechische Programm wird komplett eingestellt – nach über 62 Jahren und nachdem sich das Angebot gerade erst umfassend modernisiert hatte. In deutscher Sprache wird es in Kürze kein relevantes tagesaktuelles journalistisches Angebot mehr geben. Bei Portugiesisch für Afrika fallen gleich mehrere Formate weg. Schwere Einschnitte sind auch bei Spanisch für Lateinamerika und Dari/Pashtu für Afghanistan geplant. Die Radionovela „Learning by Ear” für jugendliche Hörer in Afrika südlich der Sahara, vor wenigen Jahren noch als Ort in „Deutschland: Land der Ideen“ ausgezeichnet, wird in allen sechs Programmsprachen ersatzlos eingestellt.

Der DJV-Vorsitzende reagiert in dem Zusammenhang mit Unverständnis darauf, dass sich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zu dem Kahlschlag bei der Deutschen Welle bisher nicht äußert: „Weimer betont oft die Bedeutung des kritischen Journalismus gerade in autokratischen Staaten. Wenn es haushaltspolitisch hart auf hart kommt, hüllt er sich in Schweigen, statt für die DW zu kämpfen.“ Das sei erklärungsbedürftig.

Bei Rückfragen: Hendrik Zörner, djv@djv.de

Öffenlich-rechtlicher Rundfunk Qualität im Journalismus Medienpolitik

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