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Nahost-Berichterstattung

Ausgerechnet die BBC

02.11.2023
Ein Kommentar von
Hendrik Zörner

Die BBC sieht sich einer Welle der Kritik von allen Seiten ausgesetzt. Grund ist ihre Berichterstattung über Israel und Gaza. Kritiker werfen dem Sender Parteilichkeit und falsche Wortwahl vor.

Ausgerechnet die BBC, will man ausrufen angesichts der Vorwürfe vieler Zuschauer seit dem Überfall der Hamas auf Israel. Der Sender, der weltweit als Ikone des unabhängigen und kritischen Fernsehjournalismus gilt, weiß offenbar nicht so recht, wie er die Hamas bezeichnen soll und wie die Gräueltaten in der Region angemessen berichtet werden sollen. Das hat jetzt die taz offengelegt. Die Folgen sind nicht nur mehr als 1.500 Beschwerden bis zum 16. Oktober, sondern auch Kündigungen von Mitarbeitern. Manchen Journalisten ist das, was ihr Sender da ausstrahlt, zuviel und nicht mit ihrem Gewissen vereinbar.
Beispiele: Bis 20. Oktober wurde die Hamas als militante Gruppe bezeichnet und nicht als Terrororganisation Die jetzt gebräuchliche Nennung "terroristisch eingestufte Organisation" wirkt merkwürdig distanziert. Nach dem Raketeneinschlag in ein Krankenhaus in Gaza spekulierte der BBC-Korrespondent vor laufender Kamera, dass es sich um eine israelische Rakete gehandelt haben müsse - frei von Faktenkenntnis. Und dann werfen Kritiker der BBC unterschiedliche Bezeichnungen der Todesarten vor: Menschen in Gaza seien gestorben, Israelis hingegen ermordet worden.
Den einen oder anderen Patzer mag man noch mit der besonders herausfordernden Situation für die Korrespondenten im Kriegsgebiet entschuldigen, die Häufung jedoch nicht. Zumal BBC-Journalisten eigentlich geübt sein sollten in der Kriegs- und Krisenberichterstattung aus aller Welt.
Die Verantwortlichen des Senders müssen jetzt größten Wert darauf legen, dass die BBC im nahöstlichen Kriegstaumel nicht ihren journalistischen Kompass verliert. Das wäre für den Sender und seine Tausenden Journalistinnen und Journalisten verheerend. Die Gegner der öffentlich-rechtlichen Anstalt sitzen immerhin in höchsten Staatsämtern.

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